Kostenlos: 5 Übungen gegen Stottern

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  • Hallo,


    da ich immer noch in bestimmten Situationen nicht 100 % flüssig bin, überlege ich jetzt woran es liegt und was ich noch ändern kann.
    Fest steht, wenn ich mich auf die erlernte Sprechtechnik konzentriere spreche ich fließend!
    Ich habe auch beobachtet, dass mein Gesprächspartner mich sehr beeinflußt. Spricht der Gesprächspartner auch langsam und kontrolliert, fällt es mir leicht; spricht er schnell und hektisch , bringt es mich aus der Ruhe und ich wende die Sprechtechnik nicht an.


    Wie geht es Euch?

  • Schwierig zu beschreiben, warum ich noch nicht 100% flüssig spreche. Denn eigentlich kann ich auch mit der Sprechtechnik fließend sprechen. Ich versuch's mal...


    Ich weiss, wenn ich die Sprechtechnik anwende, kann ich fließend sprechen. Also benutze ich die Sprechtechnik, um mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Aber weil es in der Realität eben nicht wie im Stotterer-Training zugeht - also Leute schauen einem nicht immer direkt in die Augen, sondern schauen auch mal zur Seite und wirken hektisch - werde ich verunsichert, ob man mir zuhört und bekomme dann schonmal einen Block.


    Irgendwie will ich "mitreden" und nicht nur aus Gründen der Übung die Sprechtechnik verwenden. Wenn ich ausserhalb des Stotterer-Trainigs spreche, will ich Meinungen und Inhalte vermitteln. Das wird in dem Augenblick so wichtig, dass ich die Sprechtechnik teilweise vergesse und einfach drauf los quatsche. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Blocks.

    Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. - indisches Sprichwort

  • Hallo Loulou,


    bei mir ist das ganz genauso. Es ist sehr Personen- und Situationsabhänging wie ich spreche.
    Hektik und Stress beeinflussen...ganz klar.
    Beim Training und kurze Zeit danach war ich sehr viel flüssiger unter Anwendung der Sprechtechnik.
    Teilweise wirklich blockfrei.
    Nun ist es so, dass ich die Technik oft nicht anwende, und ergo auch wieder mehr stottere.
    Besonders dann, ( wie auch bei dir Hendrik ;) ) wenn Gesprächspartner nicht ganz aufmerksam oder hektisch sind.
    Ganz schwer ist es für mich, wenn ich mich in einer Gruppe unterhalten will.
    Es fehlt dann einfach oft die Zeit sich auf die Atmung zukonzentrieren und jeden Block zukorrigieren.


    100% flüssiges Sprechen ist auch nicht mein Ziel.
    Meine Ziele liegen darin, FLÜSSIGER zusprechen, die sekundären Symptome zureduzieren und Ängste abzubauen.
    Denn selbst Normalsprechende sprechen nicht 100% flüssig !


    lg, Pips :hoppel:

  • Es gibt ein zuverlässiges Mittel, das dich vor Ablenkung von außen schützen kann: beobachte deinen Atem. Mach es dir zur Aufgabe, ständig darauf zu achten, wie du atmest. Versuch dabei - immer öfter - das innere Zwerchfellbild mit dem Atem zu syncronisieren. So wird die Qualität deines Sprechens nach und nach unabhängig von äüßeren Bedingungen. Das ist auch im Alltag machbar - du musst lediglich die innere Trägheit überwinden; wir lassen uns ja so gerne ablenken. :D


    LG Hans

  • Hans, das hört sichin der Theorie so leicht an... Ich gebe mal ein Beispiel:


    Ich sitze mit einer guten Freundin in einer Kneipe an der Bar. Die Kneipe ist gut gefüllt. Es ist also laut und es geht zeitweilig auch mal etwas hektisch zu.
    Wir unterhalten uns und ich benutze die Sprechtechnik. Es funktioniert trotz der Umgebung alles super! Doch plötzlich tritt jemand an uns heran, begrüsst uns, unterbricht mich damit und spricht zu meiner guten Freundin weiter, dass er sie mal dringend sprechen muss. Sie weiss anscheinend worum es geht und dass es wirklich dringend ist. Jedoch ich will in der "heissen Diskussion" noch einen abschliessenden Satz sagen, weil ich ihn sonst in 10 Minuten 100-prozentig vergessen habe. Also quetsche ich mir noch schnell einen Satz raus, damit ich den sagen kann, bevor die gute Freundin mir den Rücken zugedreht hat.


    Denn wie ich schon oben erwähnt habe, geht es in einem "richtigen" Gespräch um Inhalte und nicht um Sprechübungen.

    Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. - indisches Sprichwort

  • Ich habe mir gestern abend die Situationen vorgestellt wo ich heute evtl. die Technik nicht anwende. Dann habe ich mir die Situationen vor meinem geistigen Auge fließend vorgestellt.
    Doch da fängt das Problem an. 'Es fällt mir schwer nur in meinen Phantasien in diesen Situationen fließend zu sprechen.
    Ich habe mir klar gemacht, dass ich mir alles ertäumen kann, wie ich es will!!!! Das geht nur mich was an. Es funktioniert!
    Wichtig ist auch , dass man das Gefühl mit einbezieht.
    Als ich das Ganze gedanklich wiederholt habe und ich die Personen im Gespräch mir vorgestellt habe, merkte ich das ich einen ganz anderen Atemrrhythmus von allein bekam.
    Mit dieser Einstellung bin ich heute zur Arbeit gegangen und mein Sprechen und mein Atem waren viel regelmäßiger.
    Die Technik habe ich drauf, ich muß mir nur vorstellen sie überall anzuwenden.

  • Lieber Hendrik,


    es gibt keine richtigen oder weniger richtigen Sprechsituationen, es kommt auf die Aufmerksamkeit und beobachtende Wahrnehmung an. Das englische Wort "Awareness" trifft genau, was ich ausdrücken möchte. Wie Du die Szene beschreibst, lässt den Schluss zu, dass Dein Verstand augenblicklich urteilt, sobald die leisesten Zweifel an Deiner momentanen Fähigkeit zu sprechen auftauchen. Du weist ja, wohin Urteile führen können.


    Ich möchte das mal ein einem etwas delikaten Beispiel verdeutlichen: Du willst mit Deiner Freundin Liebe machen. Du denkst, Dir "Hoffentlich bin ich gut genug!" oder "War ihr Ex vielleicht besser als ich?" Was passiert? Die Lust lässt sofort nach oder kommt erst gar nicht auf. Nehmen wir mal an, es läuft gerade ganz gut, Du bist voll bei der Sache und plötzlich klingelt das Telefon, Deine Freundin muss sofort weg. Du kannst natürlich versuchen, die Sache eben noch zu Ende zu bringen, aber wie würdest Du dann über Dich selbst urteilen? Wäre es nicht viel cooler und relaxter, zu lächeln und Deiner Freundin zu sagen: "Beeil Dich, ich warte!"?


    Liebe Grüße
    Hans

  • Hallo Loulou, das sind Situationen, vor denen ich sehr oft stehe. Ich habe einen Chef, der sehr schnell spricht und mich auch oft unterbricht. Ich mag es auch nicht, wenn jemand, jedes meiner Worte mit "hm, hm, hm...." bestätigt. ;-) Das bringt mich total aus der Fassung. Wenn ich mit ihm rede, bin ich hinterher geschafft, wie nach nem Dauerlauf. Es ist unwahrscheinlich schwierig, alle meine Gedanken ihm zu vermitteln. Meist "spinnt" er meine Gedanken, während ich rede zu Ende. Ich habe ihm auch schon gesagt, er soll mich doch bitte mal ausreden lassen. ;-)


    Und auch sonst, in Alltagssituationen , sind schnell sprechende Menschen für mich ein Problem.


    Eine richtige Lösung für mich, habe ich auch noch nicht gefunden. Deine Gedanken dazu sind sehr interessant. Aber ich muss mir deine Sätze noch ein paar Mal durchlesen.


    Ich ziehe meine Lösungsansätze aus anderen Menschen, die langsam sprechen. Ich beobachte zum Beispiel, dass Leute, die langsam reden, sich auch durch andere schnell sprechende Menschen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Ich nehme dann innerlich dieses Gefühl auf, dass sie vermeintlich haben, nämlich die innerliche Gelassenheit vom 1. bis zum letzten Wort. Problematisch wird es immer dann, wenn sich diese Leute dann nicht mehr in meiner unmittelbaren Umgebung befinden.
    Ein weiterer Ansatz ist der Gedanke:
    "Ich habe Zeit und wenn mein Gesprächspartner keine Zeit hat, soll er doch gehen., also irgendwie dieser ICH-Gedanke. Das erfordert ungeheure Konzentration und Kraft.



    Aber so geht es immer öfter besser. :-))))


    LG Heike

  • Hans, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Gerade bei deinem "delikaten Beispiel" musste ich lächeln und verstehe nun, was du meinst. Danke! :-)

    Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. - indisches Sprichwort

  • die äußere Welt ist immer da. Und sie stellt Forderungen an einen selbst. Ständig.


    Mittlerweile glaube ich, das selbst Buddha, wenn er die Disposition (Veranlagung) zum Stottern gehabt hätte, Sprechunflüssigkeiten bei der Übermittlung seiner Gedankenwelt gehabt hätte.

  • Hans hat das Ganze in seinem Beispiel toll veranschaulicht. „Beeil dich, ich warte.“ In Ruhe und Gelassenheit.
    Das ist sozusagen der Optimalfall. Da wollen wir alle hin.


    Aber wieso fällt uns in diesem Fall das Warten in Ruhe und Gelassenheit so schwer? Bzw. warum entscheiden wir uns oftmals für die schnelle Nummer?


    Weil uns Gott und die Welt das schnelle Leben vormacht. Schneller Sex, schnelles Geld, schnelles Essen, schnelle Autos, mehr Geld, mehr Sex, mehr Material.... Höher, Schneller, Weiter!!
    Man ist sehr dazu geneigt oder vielleicht manchmal auch indirekt gezwungen diese Muster von Schnelligkeit und Oberflächlichkeit zu übernehmen.


    Die Frage also lautet: Wie gelingt es uns bei uns selbst zu bleiben, bzw. wie kommen wir zu uns selbst, ohne ständig von der "schnellen Welt" in Mitleidenschaft gezogen zu werden? Wie schaffen wir es dauerhaft nicht in diese schnellen Muster zu verfallen, die uns wieder zurück anstatt nach vorne bringen??

  • [quote]Original von Mr. Mojo Risin


    Aber wieso fällt uns in diesem Fall das Warten in Ruhe und Gelassenheit so schwer? Bzw. warum entscheiden wir uns oftmals für die schnelle Nummer?


    Für die schnelle Nummer ???? :rolleyes::D


    Nein, im Ernst, vielleicht weil wir auch selbst viel zu ungeduldig sind.


    Bringen wir selbst anderen Menschen immer die nötige Geduld entgegen?

  • Ich habe beobachtet, dass ich manchmal eigentlich gar nichts sagen will, ich fühle mich aber gezwungen zu antworten. Dann kämpfe ich mich durch den Block . Spreche ich über Themen, die mich begeistern, fließt mein Atem und ich spreche fließend.
    Fühlen und Atem gehören zusammen. Doch ich kann nicht sagen, dass ich bei allen negativen Gefühlen stottere.
    Manchmal spreche ich auch fließend, doch mein Atem ist nicht mehr sehr tief.
    Wird mein Atem sehr flach, brauche ich auch nicht mehr so stark fühlen. Aber so geht es allen Menschen.
    Insgesamt ist mein Sprechen aber schon so viel besser, dass der Leidensdruck nicht mehr stark ist.
    Deshalb bin ich vielleicht auch einfach oberflächlich geworden.
    Jetzt habe ich aber Lust noch flüssiger zu sprechen und dafür muß ich wohl auch was tun.
    Ich werde mir weiterhin
    die schwierigen Situtionen positiv vorstellen und
    und dabei beobachten wie es sich anfühlt .

  • Hallo Heike;


    "Die schnelle Nummer" sollte hier als Allgemeinbegriff für alle Bereiche des Lebens verstanden werden ;o)


    Ich bin deiner Meinung, dass wir alle vielleicht selbst viel zu ungeduldig sind. Schließlich sind wir ja alle ein Teil der schnellen Welt und tragen wohl auch unser Maß an Ungeduld dazu bei. Aber ich glaube nicht, dass unser natürliches Wesen von Grund auf ungeduldig ist, sondern der größte Teil dieser Ungeduld durch äußere Einflüsse erzeugt wird.
    Wäre das ein natürlicher Teil von uns, hätten wir wohl nicht so viele Probleme damit....


    Aber unser Ziel ist es doch, relaxt, entspannt, ruhig und gelassen zu sein. Uns selbst, und auch anderen gegenüber.
    Da wollen wir doch alle hin, oder?


    Grüße


    Björn

  • Hallo Lou Lou,


    das finde ich sehr interessant. Das Fühlen und Atmen hat bestimmt etwas miteinander zu tun, das sehe ich auch so.


    Oftmals ist es aber auch tatsächlich so, dass man einfach nicht im Fluss ist. Dann ist es egal ob man gerade begeistert vom Thema ist, oder sich eher gewzungen fühlt zu sprechen.
    Das kann man auch zum Beispiel beim Sport beobachten:
    An manchen Tagen kloppt der Tennisspieler die Bälle einfach alle ins Netz. Und wenn er sich noch so viel Mühe gibt, es will einfach nicht gelingen...


    Manchmal funktioniert es einfach nicht, egal wie man gerade drauf ist. Zumindest hat es den Anschein ;o)


    Es muss wohl ein Zusammenspiel von mehreren Variablen sein. Mir fällt es extrem schwer alle diese Variablen zu erkennen und zu definieren.


    Habt ihr da ähnliche Erfahrungen?


    Grüße


    Björn

  • Ich spreche manchmal, obwohl ich nichts sagen will, einfach um zu testen, ob ich was sagen könnte. Dabei habe ich schon sehr oft Situationen erlebt, in denen ich mich hinterher nicht so wohl gefühlt habe, sprechtechnisch und auch inhaltlich. Man muss nicht immer antworten, trotzdem stelle ich mich immer wieder der Herausforderung. Es gibt aber auch Situationen, in denen ich mich hinterher super gefühlt habe und froh war, dass ich den Mund aufgetan habe.
    Das ist schon witzig, dass man eine Situationen nie vorher bestimmen kann.


    Ja, Björn, unser Ziel ist es gelassen und ruhig zu sein. Ich selbst bin ein sehr ungeduldiger Mensch, auch wenn ich nach außen hin vielleicht nicht so wirke. Ich habe festgestellt, wenn ich mit mir selbst geduldiger umgehe, bei Dingen, die nichts mit dem Sprechen zu tun haben, klappt es auch mit dem Reden besser. Ich muss einfach Ordnung in meinem Gehirn und in meiner Tasche halten. :-) Das strahlt Ruhe auf mein inneres Wesen aus.
    Und ich werde auch geduldiger mit anderen Menschen. Irgendwie ein Kreislauf.



    Mir ist aber noch was anderes eingefallen. Ich habe Situationen, in denen es plötzlich nicht mehr klappt. Vor 2 Minuten war der Redefluss noch da, alles super geklappt. Meist sind das Situationen nach einem Theaterstück oder Konzert, also am Abend. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich mich voll auf die Veranstaltung konzentrierte.
    Das „gute“ Gefühl zum Sprechen ist da. Trotzdem geht es nicht, kommt kein Wort.
    Vielleicht so ähnlich wie bei dir, Björn.
    Das Ergebnis dieser Blockaden ist ja dann bei mir, einfach nichts mehr zu sagen.


    PS
    Zur Zeit fällt es mir sehr schwer zu meditieren. Ich kann mich einfach nicht konzentrieren.


    Liebe Grüße Heike

  • Hallo Ihr Lieben,
    ich habe bemerkt, oder besser gesagt, Leute aus meinem näheren Umfeld (Ehepartner, Chefs, Freunde) ist es aufgefallen dass ich nur stottere wenn etwas auf mich bezogen ist, also wenn es etwas persönliches ist. Ein Beispiel: Meine Chefin kommt in mein Büro und fragt: "Weißt Du wo mein Handy ist?" Da würde ich total die Blocks haben (außer wenn ich ganz bewusst atme und spreche natürlich, aber das vergisst man öfters in so spontanten Situationen). Würde sie einfach reinkommen und sagen: "Oh Mann, wo habe ich bloß mein Handy hingelegt", da würde ich ihr auch ohne Technik flüssig die Antwort geben können. Ich habe mich selber auch danach beobachtet und festgestellt dass es stimmt. Nun komme ich zu der Schlussfolgerung dass es einfach meine eigene Unsicherheit ist, das ich kein Selbstvertrauen habe, letztendlich ein psychisches Problem; aber bei welchem Stotterer ist es das nicht? Deshalb finde ich es einfach toll dass man die Sprechtechnik die ich im Stotterer-Training gelernt habe unabhängig von der Ursache des Stotterns anwenden kann und Erfolg haben kann. Mann muss nur dranbleiben! ;)

  • Hallo Björn,


    es stimmt, zu manchen Zeiten ist man wirklich nicht " im Fluss".Das ist auch bei mir so. Ich glaube wir sind uns alle sehr ähnlich und wissen sofort, wovon der andere spricht.
    Wir haben natürlich auch noch die ganzen Stressfaktoren , die die fließend sprechenden Menschen auch haben.
    Ich beobachte das gerade an meinem Arbeitsplatz. Es ist sehr stressig, man muß sehr schnell arbeiten und auch noch viele Überstunden machen. Das Betriebsklima ist so angespannt, es wird ständig geklagt und gemotzt.
    Die Arbeit macht mir aber trotzdem Spass und ich möchte mich nicht von der schlechten Stimmung anstecken lassen.
    Auch da muß ich immer wieder stoppen, es nicht an mich ran lassen und
    an meinen Zielen weiter arbeiten.
    Und das ist mein Ziel: Mich nicht einfach treiben zu lassen, sondern immer wieder zu stoppen und zu entscheiden was ich wirklich will und wofür ich meine Energie einsetze.
    Ich lese im Moment ein interessantes Buch. Die Kraft der Emotionen von Dagmar Herzog. Das kann ich wirklich empfehlen.

  • Hallo Heike,


    das ist interessant, was Du schreibst. Scheinbar gibt es keinen Grund für den Blockgefühl nach z.B. einem Theater-o. Kinobesuch.
    Aber die Erfahrung kommt immer wieder. Vielleicht ist das jetzt nur Gewohnheit. Kannst Du Dir die Situation in Deinen Gedanken anders , also positiv vorstellen? Kannst Du dann fühlen wie es ist, wenn es läuft?


    liebe Grüße


    Anja

  • Hallo Anja,


    wir werden durch unser Gefühl gesteuert. Doch manchmal passen Gefühl und das Ergebnis der augenblicklichen Gefühlslage überhaupt nicht zusammen. Vor Jahren war ich zu einem workshop. Ich wusste, dass ich auf diesem workshop etwas sagen musste. Ich hatte Angst und es hätte mir sehr gut gepasst, wenn sie den workshop abgesagt hätten, oder dass ich einen sehr guten Grund gehabt hätte, um nicht hinfahren zu müssen. Beides ist nicht eingetreten. Ich bereitete mich gedanklich darauf vor. Schon vor Beginn fing ich an mit den Teilnehmern irgendwelches Zeug zu schwatzen und Fragen zu stellen. In der Veranstaltung selbst war ich sehr gut drauf. Ich konnte meine Themen rüberbringen und ich war mit mir sehr zufrieden.
    Ich hatte ein Hochgefühl und freute mich schon auf den zweiten Tage des workshops.
    Doch dieser zweite Tag lief rein sprachlich total schief. Es ging nichts. Trotz dieses Glücksgefühls konnte ich kaum ein Wort sagen.


    Das ist doch nicht rationell. Ich fühlte mich gut, konnte aber trotzdem nicht reden. Ich denke, es fehlte an dem zweiten Tag die Konzentration. Das Hochgefühl war wahrscheinlich so dominant. J


    Vielleicht ist die Situation nach den Konzerten/Kino/Theater ähnlich. Ich bin dann immer so tief drin, dass ich 1. danach nicht reden möchte und 2. die Sprechkonzentration weg ist.
    Bisher habe ich mir die Situation noch nicht anders vorgestellt, aber der Gedanke gefällt mir. Ich weiß aber noch nicht, wie ich ihn umsetzen kann.


    Du schreibst „Und das ist mein Ziel: Mich nicht einfach treiben zu lassen, sondern immer wieder zu stoppen und zu entscheiden was ich wirklich will und wofür ich meine Energie einsetze.“


    Ich habe mir den Satz das ganze Wochenende durch den Kopf gehen lassen. Was das Sprechen angeht, unterschreibe ich ihn voll. Was andere Lebensinhalte angeht, bin ich mir unsicher. Ich habe mir in meinem ganzen Leben immer sehr viele Gedanken um alles gemacht. Ich finde es gut, dass ich HEUTE auch mal in der Lage bin, mich treiben zu lassen. J Es war/ist ein langer Prozess und ich gehe heute mit mehr Gelassenheit an die Dinge, lasse mich auch treiben, genieße. :-)



    Mir fällt gerade ein Zitat ein, es ist eigentlich ein alter Hut, aber ich finde dieses Zitat einfach genial. Es gibt mir das gute Gefühl, das alles zu schaffen:


    Gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und verleihe mir die Weisheit beides voneinander zu unterscheiden.


    Dein Büchlein mit den Emotionen, >>ich werde es mal bestellen. Bin einfach mal neugierig drauf, obwohl ich beim Lesen solcher Bücher nicht sehr geduldig bin.







    Bienchen , ich habe festgestellt, dass es mir hilft, wenn ich einfach nicht sofort antworte, sondern 3 sec warte. Es ist nicht notwendig, immer sofort zu antworten. Die anderen tun das auch nicht. :-)


    Heike