Über den Schatten springen

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  • Also ich glaube, jeder von uns hat mit dem stottern positive und weniger positive erfahrungen gemacht...und vielleicht hat der eine oder andere von euch das bedürfnis, etwas davon zu erzählen! von einem besonders tapferen sprung über seinen schatten und einen mutigen hieb gegen die eigene sprechangst....
    zum beispiel ich: letztes jahr haben wir in der schule die stehgreifrede geübt. wir durften uns probehalber erst mal freiwillig melden und alle in der klasse hatten schiss (keine ahnung wieso ein normalsprechender vor vorträgen angst haben muss ;) ) jedenfalls haben alle total rumgemeckert, wie schlecht sie doch vortragen könnten und niemand wollte sich freiwillig melden....da hab ich mich vor der klasse aufgebaut und eine grottenschlechte stehgreifrede über handys gehalten. irgendwie war ich da so stolz, dass ich nicht wie alle anderen kneifen wollte. meine rede war wirklich mies, ich habe gestottert wie selten, aber war wirklich froh und hab die ganze zeit gegrinst! :headbanger:

  • als mein vater 50wurde hat meine schwester zusammen mit ihrer freundin ne wirklich gute rede über sein leben verfasst. Hat immer ne große klappe, hatte aber scheiß angst das vor 80leuten vorzutragen. Also mußte ich ran. Nach kurzen mut antrinken bin ich auf die bühne und hab den saal gerockt. Ohne einmal hängen zu bleiben hab ich ne viertel stunde das bisherige leben meines vaters vorgetragen auf unserm dorfüblichen dialekt! Hab dem beweis sogar auf video! Das war einer der geilsten momente! Auch wenn ich mir kurz davor fast in die hosen gemacht hätte! :-)

  • aber natürlich gibt es auch in meinem leben momente wo ich mich am liebsten selbst umbringen würde, weil ich mich selbst blamiert habe oder wenn man selbst im erwachsenenalter von gleichaltrigen Verarscht und ausgelacht wird. Das sind momente wo man an sich selbst zweifelt und sich selbst aus der gesellschaft ausschließt. Nicht mehr vor die tür geht. Selbst wenn man muß, z.b. Das auto tanken muß. Klar sonst kommt man nicht auf arbeit, selbst dann beim bezahlen nix sagt. Kein hallo, kein guten tag. Nur: die 8! Kein danke oder auf wiedersehen und so schnell wie möglich abhaut. Das sind die sachen. Wenn man morgens aufsteht und nicht weis, wirst du heute ernst genommen? Oder wieder nur verarscht? Grüße ich meine arbeitskollegen wenn ich einem über den weg laufe? Oder tue ich so als ob ich es eilig habe und renne vor mir selbst weg?! Das sind die dinge die die meisten empfinden aber keiner drüber spricht weil er keinen zum reden hat! Außer ehem hund oder katze! Aber die können ja nicht antworten! Hoffe klinge nicht zu negativ. Was meint ihr dazu???

  • Hallo, Bruder,


    ich denke, es ist normal, zeitweise mit sich selbst zu hadern und alles infrage zu stellen. Ich kenne das aus meiner langen Stotterkarriere. Aber ich musste feststellen, dass meine Gedanken und die damit verbundenen Gefühle meist Fantasiedrachen waren; also nichts echtes oder wahres, sondern einfach nur meine Angstgedanken, die munter ihr eigenes Spiel spielten.


    Aus dem Dilemma herausgekommen bin ich durch Angriff und offensives Vorgehen, was mein Sprechen und meine Sprechangst anging. Dadurch wurde mir klar, dass die Urteile, die ich zu hören befürchtete, meine eigenen waren. Ich hatte meinen Zeitgenossen im Grunde etwas in die Schuhe geschoben, was sie gar nicht getan hatten.


    Ich kann nur ungenügend beschreiben, wie ich vorgegengen bin, denn es würde den Rahmen eine Forums sprengen, dies alles in Worte zu fassen. Du kannst mich gerne anrufen, mir ein Email senden oder über Skype oder Facebook chatten. Ich würde mich freuen, Dich kennenzulernen.


    Alles Liebe vom Hans
    hans(ät)stott.de

  • Wenn man ein Problem wirklich lösen will, gehört einfach dazu, dass man irgendwann wenigstens die Augen aufmacht.
    Du bist NICHT ÜBER den eigenen Schatten gesprungen, Hamschta, sondern DRAUF. Drum hast Du auch weder den Schatten noch das Problem hinter Dir gelassen sondern Du tanzt immer noch auf beidem herum anstatt in Deinem Leben weiterzugehen.
    Und Du machst nun auch noch den Tanzlehrer für die anderen und forderst sie auf, mit Dir DEINEN Tanz mitzumachen. Das ergibt einen prima Tanz- bzw. Stotterclub, bei dem immer das Stottern der Mittelpunkt ist, um den alle ALS RANDFIGUREN herumtanzen.
    Eine Weile kann das echt lustig sein. Wenn es genug ist, kann ja jeder weitergehen. Guten Tanz, Weg und Erfolg!
    Franz Josef Neffe

  • Bei mir z.b. musste ich heute in der Schule "überraschend" und unvorbereitet ein Referat vor der Klasse halten, weil unser eigentlicher Referent krank war, ist die ganze gruppe (also ich und 2 weitere mitschüler) nach vorne und wir haben dann schnell die texte verteilt und jeder hat seinen teil vorgestellt. Ich habe vorher noch nieee so stark gestottert, obwohl ich versucht habe die Tipps meiner Logopädin zu beherzigen, hat es in dieser situation (vor allem auch wegen der aufregung) nicht geklappt, die lehrerin hat mir zwar angeboten, dass mein mitschüler den rest meines teils übernehmen kann/soll. Aber ich wollte unbedingt den rest noch selber schaffen, leider hat sich das stottern keineswegs verbessert, und so habe ich mich durch meinen Teil gestottert.
    Dennoch war ich stolz und froh/erleichtert, dass ich es alleine zu ende gebracht habe.
    ich versuche schon seit einiger zeit nicht mehr, mein stottern vor allem im unterricht und auch im alltag nicht mehr zu verbergen und bewusst offener das stottern einfach zuzulassen um mir selbst die angst vor dem sprechen zu nehmen!!


    gruß

  • ich bin auch deiner meinung, dass es wichtig ist, sich in das öffentliche leben einzubringen und sich nicht ständig von seiner angst fertigmachen lässt. denn je mehr man sich zb im unterricht einbringt umso mehr schrumpft die angst.


    und zu j.f.neffe:
    wenn du meinst, dass ich auf meinem schatten rumtanze, dann mein das eben. aber ich das ist immer noch besser als im schatten zu stehn und sich klein zu machen! ich werd auch weiterhin "auf dem schatten stehen" und gegen meine angst ankämpfen.
    grüße

  • seitdem ich offener mein stottern auch in meiner "neuen" stufe (wiederhole die 12. klasse) zeige ,
    stottere ich zwar irgendwie viel viel mehr als vorher, wo ich versucht habe, mein stottern vor den anderen zu verbergen.
    aber nun bin ich in einer "situation" angelangt , an dem ich offensichtlich meine eigenen grenzen überschritten habe....
    die Blocks wurden/werden aus unerklärlichen gründen "größer",
    dies geschieht bei mir nur im Unterricht, in den pausen bin ich relativ stotterfrei.


    ich hab keine angst mehr vorm sprechen, aber trotzdem ist da irgendwas, dass mich daran hindert ???


    Ich kann es selber nicht genau erklären...


    hattet ihr schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht??


    gruß

  • Zitat

    Original von Hamschta
    ich bin auch deiner meinung, dass es wichtig ist, sich in das öffentliche leben einzubringen und sich nicht ständig von seiner angst fertigmachen lässt. denn je mehr man sich zb im unterricht einbringt umso mehr schrumpft die angst.


    und zu j.f.neffe:
    wenn du meinst, dass ich auf meinem schatten rumtanze, dann mein das eben. aber ich das ist immer noch besser als im schatten zu stehn und sich klein zu machen! ich werd auch weiterhin "auf dem schatten stehen" und gegen meine angst ankämpfen.
    grüße


    Da schmunzle ich ein wenig, Hamschta. Irgenwann wirst Du was Besseres vorhaben als gegen Angst zu kämpfen. Solange Du Lust hast dazu, machst Du es eben; das gibt tiefe Lebenserfahrung, die einem sehr nützlich werden kann. Die Kraft, die man fürs Kämpfen verbraucht, steht einem nicht fürs Leben zur Verfügung. Nun bist Du ja die Chefin Deiner Kräfte und es würde für sie womöglich sinnerfüllender sein, wenn Du ihnen andere Aufträge gibst. Wenn sie durch Deine Stärkung wachsen, wächst Du mit. Probier es einfach aus, dann weißt Du es aus eigener Erfahrung. Ich freue mich auf Deinen Erfolg.
    Franz Josef Neffe

  • Hallo,


    ich habe gerade gestern ein positives Erlebnis gehabt, welches mich wirklich nicht mehr loslässt.


    Da wir dieses Wochenende ein Seminar in Bonn haben und ich an den Vorbereitungen beteiligt bin musste ich mir gestern einen Mietwagen leihen, um alles dorthin zu bekommen und alles an Materialien mitnehmen zu können.
    Klar, dass ich mir schon im vorhinein Sorgen gemacht habe, wie ich das mit dem Ausleihen anstellen sollte. Als ich bei dem Händler angekommen war stand da bereits die Dame vom Verleih und wartete auf mich. Wir hatten vorher nur per Email alles abgesprochen, weshalb sie noch nichts von meinem Problemchen hätte wissen können.


    Wir haben uns vorgestellt, was mich schon zum Schwitzen brachte. Dann hat sie mir ganz in Ruhe den Wagen gezeigt und alle Modalitäten erklärt. Während der ganzen Zeit habe ich kaum ein Wort herausgebracht und immer nur genickt, damit sie nichts bemerkt.
    Ich kanns immer noch nicht glauben, dass sie mich dann urplötzlich direkt aufs Stottern angesprochen hat.
    Sie sagte: Es tut mir leid, aber haben sie ein Problem mit dem Sprechen? 8o 8o 8o 8o


    Alles blieb mir im hals stecken....Ich fühlte miich total überrumpelt. Sie hat dann wohl an meiner Reaktion gemerkt, dass sie richtig lag und hat weiter gesprochen.
    "Das ist ein Problem, dass ich auch mal hatte. Ich kenne das, wenn man sprechen möchte und glaubt es nicht zu können."


    Ist das unglaublich? .... Wir haben dann ein wenig miteinander gesprochen, als ich wieder entspannter war und sie hat mich eingeladen in eine private Therapiegruppe...Ich kann das immer noch nicht glauben! Und das alles, obwohl ich mir
    nur einen Mietwagen leihen wollte.


    Seit gestern glaube ich wieder an Wunder.... :freu: :freu:

    :juhuu: :juhuu: :juhuu:
    „Mein Suchen nach allen möglich Ausdrucksmitteln ist so etwas wie göttliches Stottern.
    Ich bin von dem prächtigen Zusammenbruch der Welt geblendet.“ (Henry Miller)

  • Warum wartest Du auf das Wunder, dass andere an Dich glauben? Warum bescherst Du Dir das Wunder nicht jeden Tag selbst? Du bist es doch wert.
    Ich grüße nherzlich.
    Franz Josef Neffe

  • Ein Gefühl festhalten und nie wieder loslassen wollen, das klappt genauso wie seine Nase festhalten und nie wieder loslassen wollen. Nasen wie Gefühle wie wir selbst brauchen etwas anderes als ständig festgehalten zu werden. Durch die Schwierigkeiten, die wir uns mit so was machen, dürfen wir es lernen. Guten Erfolg!
    Franz Josef Neffe

  • hab ich jetzt nicht ganz verstanden...?
    Mit nase fest halten ist klar.
    Vieleicht hab ich mich falsch ausgedrückt, meinte ehee das gefühl erhalten oder besser gesagt, nicht (künstlich) erhalten, sondern fördern. Wie ein geschick! Oder wie im sport. Immer am ball bleiben!

  • f.j.neffe
    warum ziehst du vieles, was hier geschrieben wirst, so runter? es ist für dich leicht von oben herab andere zu kritisieren, aber versuch mal, dich in jemanden reinzuversetzen! meine angst ist präsent und ich versuche eben gegen sie anzukämpfen! was sollte ich denn sonst tun? jemand, der angst vor dem fliegen hat, sollte er denn etwa nicht gegen seine flugangst ankämpfen? oder was meinst du damit? tut mir leid, wenn das jetzt ein wenig gemein klingt, aber das musste raus ;)

  • Lieber Hamschta,


    ich denke, dass Franz-Josef schon das Richtige meint. Nur, seine Ausdrucksweise ist für den Einen oder Anderen machmal etwas missverständlich. Ich versuch's mal auf den Punkt zu bringen.


    Ich kann gegen meine Fehler kämpfen, sie ausmerzen und mich hart be- und auch verurteilen. Wenn ich genug Kraft dafür aufwende, kann es mir gelingen, Erfolge zu erzielen und dann im weiteren Vorgehen versuchen, diese Erfolge festzuhalten, mich somit aus dem Sumpf meiner schlechten Meinung über mich selbst zu ziehen. Das ist sicher ein mühsehliger Weg, der Rückschläge und Misserfolge nicht ausschließen kann. Bishin zur völligen Kapitulation. In der Psychotherapie spricht man über "Glaubenssätze", mit denen ich mir das Leben selbst schwer mache.


    Franz-Josef versucht einen anderen Weg aufzuzeigen, indem er individuelle Fähigkeiten durch die Pflege des eigenen Könnens fördert. Das kann sicher auch durch Autosuggestion gelingen. Wenn man zu sich selbst sagt, "ich kann", dann hat das auf meine Gedanken und Gefühle eine andere Wirkung, als zu sagen, "ich kann aber nicht". Die vermittelte Grundstimmung bei "ich kann" ist eine positve, die bei "ich kann nicht" eine negative.


    Das Ergebnis dieser beiden Strategien kannst Du Dir sicher selbst vorstellen, oder? Insofern halte ich die Franz-Josefs Beiträge für gut und unterstützend. Lies einfach einwenig zwischen den Zeilen, dann erscheinen seine Worte in einem anderen Licht.


    LG, Hans :D

  • Ich lese gerade 2 Bücher von F. J. Neffe. Jetzt versteh ich auch seine Beiträge viel besser. Mit Stotterern wird von psychologischer Seite doch sehr streng ins Gericht gegangen.
    Man will unbedingt flüssig sprechen aber kann es sich nicht vorstellen. Resultat, dieser Glaubenssatz automatisiert sich und es wird immer schlimmer. Dann analysiert man das Problem und es treten immer mehr auf.
    Ich kann nur empfehlen, diese Glaubenssätze wirklich abzulegen und sich mit Autosuggestion zu beschäftigen. Weiters ist eine Hypnoanalyse nach Dave Elman sehr wirkungsvoll. Mit Logopädischen Techniken kommt man leichter in Fluss.


    LG

  • danke erstmal für die erläuterungen :) es kann schon sein, dass ich vieles von dem, was f.j. neffe schreibt, noch nicht so gut verstehe und deshalb habe ich überreagiert. jetzt habe ich mich ein wenig eingelesen in das thema suggestion und die grundidee von dem positiven fluss leuchtet mir ein. und dass man als stotterer ein festgefahrenes denkmuster hat, das beginne ich auch zu verstehen. es ist aber nun mal nicht so leicht, wenn man von suggestion keine ahnung hat, sich von dem stottern auf diese art loszulösen. was ich immer noch nicht verstehe: ein freund von mir hatte panikattacken, wenn er in einen aufzug stieg, wegen dem platzmangel. ein arzt riet ihm, in den aufzug zu steigen und abzuwarten, was passieren würde. mein freund stieg also oft in aufzüge uns setzte sich seiner angst aus, bis sie endlich verschwunden war. irre ich mich, oder ist das das gegenteilige muster der suggestion? kann man da verbindungen herstellen oder sind panikattacken nicht mit stottern zu vergleichen?