Heute nahezu stotterfrei

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  • Hallo,
    ich bin sozusagen ein Ex-Stotterer - bis auf sehr seltene "Ruckfälle". Eigentlich ist es so, dass ich mich mit dem Thema gar nicht mehr beschäftigen mag, weil ich nicht mehr daran erinnert werden möchte. Heute Nacht entstand in mir aber das Interesse mich mal wieder damit auseinanderzusetzen. Eigentlich hatte ich nur vor, hier im Forum einen kurzen Kommentar zu schreiben, jetzt hat mich aber der Schreibwolf gepackt und somit habe ich mal etwas über mich und das Stottern geschrieben.
    Würde mich freuen, wenn sich ein paar Leute das durchlesen. Vielleicht erkennt sich der eine oder andere Stotterer oder Ex-Stotterer darin wieder. Kann ja sein, dass meine Gedanken auch Leuten hilfreich sein können.



    Ich habe als Kind relativ leicht gestottert. Als Jugendlicher wurde es dann immer schlimmer. Ich denke, das liegt daran, dass es mich mit zunehmenden Alter immer mehr störte und dadurch die Angst vor dem Sprechen immer weiter zunahm. Je mehr "Angst" man vor dem Stottern hat, desto mehr gerät man in diese Spirale.


    Ich habe das Stottern und die damit verbundenen unangenehmen Erlebnisse versucht zu verdrängen, wurde aber von meiner Mutter zu Logopäden geschickt. Ich selber hatte meinen Kopf meist bei anderen Dingen (Fernsehen, Computer) und bin eher widerwillig zum Logopäden gegangen - obwohl ich unter dem Stottern gelitten habe. Ich habe anscheinend nicht an eine "Heilung" geglaubt. Diese habe ich vom herkömmlichen Logopäden auch nicht erhalten.


    Als 16-jähriger fuhr meine Mutter dann mit mir zum Greifenhofer Instiut. Dort lernte ich eine spezielle Atemtechnik und mehr Selbstvertrauen in mein Sprechen. Darüberhinaus wurde täglich eine "Hypnose" durchgeführt, vergleichbar mit Autogenem Training. Wichtig war, dass man die Therapie auch zuhause weitermachte, mit Hilfe von Atemübungen und einer Hypnose-CD.
    Ich war dann einige Wochen oder Monate wirklich frei vom Stottern, was mich sehr glücklich machte. Leider bin ich dann wieder rückfällig geworden (entweder es lag daran, dass ich die Übungen nicht mehr regelmäßig machte oder daran, dass die Therapie eben Mängel aufweist). Das Stottern wurde die Jahre später wieder richtig schlimm - besonders in den üblichen Situation: Texte vorlesen (vor allem fremdsprachliche), telefonieren, eigenen Namen sagen....


    Da ich eher ein Typ bin/war, der Dinge verdrängt, habe ich die nächsten Jahre dann einfach damit gelebt und die peinlichen Situationen eingesteckt. Zeitweise war ich ein sehr unglücklicher Mensch.


    Heute bin ich allerdings nahezu stotterfrei. Es kommt nur noch alle paar Wochen mal vor, dass ich an einem Wort festhake. Richtig schlimm gestottert, habe ich das letzte mal vor ca. 1,5 Jahr als ich einen Professor angerufen habe und er nach meinem Namen fragte.


    Ich möchte gerne aus meiner Sicht meine Vermutungen darüber ausführen, weshalb ich das "Stottern überwunden habe":


    1.) Selbstbewusstsein, positive Lebenshaltung, gutes soziales Umfeld
    Ich bin mittlerweile ein sehr gelassener, lockerer und selbstbewusster Mensch geworden, der sehr positiv durchs Leben geht und sich von Problemen nicht aus der Bahn werfen lässt. Dieses liegt wohl an meinem neuen Umfeld, das ich durch den Beginn meines Studiums und Auszug aus meiner Heimatstadt bekommen habe. Vorher hatte ich oft "Freunde", mit denen ich viel Zeit verbracht hatte, denen ich mich aber nie richtig öffnen konnte und von denen ich auch nicht immer nett behandelt worden bin.
    Außerdem wurde ich von meiner Mutter zu sehr bevormundet. Ich glaube, ich habe es damals nicht gelernt, selbst mein Leben in die Hand zu nehmen, sondern alles wurde mir von meiner Mutter aufgedrückt (Klavierunterricht, Sportvereine, Logopäden- und Arztbesuche etc.).
    Ich war zwar relativ beliebt, aber kam nie in die Position mal "cool" sein zu können oder wirklichen Respekt zu bekommen. Ich hatte ein sehr schwaches Selbstbewusstsein.
    Heute ist dies anders, ich habe jetzt Freunde, von denen ich oft dafür gelobt werde, was ich für ein offener, freundlicher Mensch bin - manch einer sieht vielleicht sogar ein Vorbild in mir [Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber ich möchte hier jetzt ganz offen sprechen. Bin hier ja auch anonym. :-)]


    2.) Training
    Ich habe meine Sprache trainiert. Ich bin in einem Verein, in dem ich häufiger vor Leuten sprechen muss. Mit jedem Vortrag und jeder Rede habe ich immer weniger Angst vor dem Sprechen bekommen und mich rhetorisch stark weiterentwickelt. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich ein guter Redner bin.
    Um Referate an der Uni kam ich die ersten Semester noch herum. Meine ersten Referate fielen in die Zeit, in der ich anderweitig das Vortragen gelernt habe. Noch vor zwei Jahren waren Referate ein Horror für mich, jetzt halte ich sie sehr gerne - auch wenn doch die leichte Angst manchmal da ist, dass das Stottern urplötzlich zurückkommen könnte.


    3.) Positive Spracherfahrungen
    Dies ist sozusagen das Resultat aus dem, was ich bisher geschrieben habe. Wenn man erstmal die Erfahrungen gemacht hat, in denen man nahezu stotterfrei gesprochen hat und auch richtig Spaß am Sprechen hatte, dann wird das Stottern in der Zukunft immer unwahrscheinlicher. Wenn man denkt "Jetzt stotter ich gleich, wie fast immer", dann stottert man meistens auch.
    Mein Tipp: Sucht Euch Leute aus Eurer Familie oder Freundeskreis, vor denen Ihr weniger stottert (ist ja meistens so in vertrauter Umgebung). Lest denen einen Text vor und haltet Vorträge. Dabei kann man sich dann immer weiter steigern. Erst fängt man mit der besten Freundin / dem besten Freund an. Und danach lädt man mal zehn Freunde zu sich ein und referiert vor diesen zu irgendeinem Thema. Gestaltet bewusst eine Atmosphäre, in der die Wahrscheinlichkeit zu stottern gering ist. Die Erfahrung gut gesprochen zu haben, stärkt enorm.


    Hier möchte ich auch nochmal auf die Kritik am Greifenhofer Institut eingehen. Auf der einen Seite ist diese Therapie enttäuschend, weil bei den meisten Leuten anscheinend nur ein kurzfristiger Effekt erzielt worden ist (wie bei mir auch). Auf der anderen Seite kann aber dieser kurzfristige Effekt einem viele schöne "Sprach-Erlebnisse" bescheren, die den Mut in die Sprache stärken.
    Grundsätzlich ist der Besuch bei Greifenhofer sicherlich eine gute Sache für einen Stotterer, zumindest besser als gar nichts zu machen. Ich denke aber, dass die anderen Therapien, die hier im Forum vorgestellt werden, besser (und wohl auch kostengünstiger) sind.


    Ich könnte noch weiter ins Detail gehen, ich weiß aber, dass zu lange Beiträge in Foren meistens nicht gelesen werden.

  • Hallo, Jim Knopf,


    es freut mich sehr, was Du schreibst. ... besser Greifenhofer (oder was auch immer), als gar nichts zu tun. That's the way. Bei uns im Stotterer-Training (www.stop-stottern.de) waren schon viele, die vorher Greifenhofer, KST, Del Ferro, Van Riper, Holger Prüß, Ravensberger und, und, und ausprobiert haben. Manche hatten auch Erfolge bei ihren Therapien. Das wichtigste ist jedoch, dass man dran bleibt. Denn Übung macht den Meister.


    Darum ist es dem ST-Trainier-Team auch so wichtig, an der INNEREN EINSTELLUNG zu arbeiten, sich selbst und seine SelbstverarXXXungstricks besser kennen zu lernen. Nur so hat mein eine Chance, etwas dauerhaft zu verändern. Und das ist an den Ergebnissen des ST deutlich abzulesen.


    Schön, dass Du dabei bist. :D


    Liebe Grüße


    Hans


    _____

  • Feiner als Hans es hier aufgeschrieben hat, lässt es sich fast nicht sagen: An der INNEREN EINSTELLUNG arbeiten und sich selbst und seinen bisherigen Umgang mit dieser INNEREN EINSTELLUNG und den dahinter wirksamen Kräften besser kennenlernen und diesen Umgang mit sich selbst ggf. verbessern, das ist der Weg, nicht nur wenn man mit dem Sprechen Probleme hat. Exakt das hat auch ein gewisser Monsieur É.Coué jährlich mit mehreren zehntausend Hilfesuchenden, die aus aller Welt mit noch viel größeren Problemen zu ihm nach Nancy kamen, mit regelmäßigem Erfolg via Selbstbemeisterung durch bewusste Autosuggestion praktiziert:
    sich selbst und die in einem wirkenden Kräfte genauer anschauen und ggf. die Weichen für die eigene Entwicklung neu stellen.
    So wie Du berichtest, Jim Knopf, hat man es wohl bei Greifenhofer gut mit Dir gemacht, aber Dir noch nicht das Bewusstsein vermittelt, dass DU Dein ganzes Leben lang der Meister Deiner Kräfte bist und auch als Meister mit ihnen umzugehen hast.
    Coué war ein großer Meister darin die Notwendigkeit, sein eigener Meister zu werden, allen bewusst zu machen, indem er sich selbst zurücknahm. Er begrüßte die Hilfesuchenden schon: "Ich habe nie jemand geheilt. Die Kraft, die Sie mir zuschreiben, müssen Sie bei sich selber suchen." und "Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit." Dann führte er regelmäßig mehrere Experimente durch, die dem einzelnen die Macht seines eigenen Denkens zeigten, etwa ließ er alle die Hände verschränken und rasend schnell wiederholen: "Ich kann meine Hände nicht öffnen, ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht,..." und wenn sie dann die Hände nicht auseinanderbrachten, pflegte er lächelnd zu kommentieren: "Wer so gut denken kann wie Sie, der sollte nie denken >Ich kann nicht<!"
    Du bist / Ihr seid auf einem guten Weg. Ich wünsche Euch besten Erfolg.
    Franz Josef Neffe

  • Hi!Das was Du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor!Bei mir war es ähnlich.
    Bis ich zur Schule kam, konnte ich normal sprechen.Im Laufe der ersten Klasse ging es dann los.Ichbekam keinen Satz mehr zu stande ohne zu stottern.Mit 8 Jahren war ich dann in einer Sprachheilschule ( Logopäden gab es da noch nicht, bin ja auch schon 44 Jahre alt )die keinenErfolg brachte!Mit 11 Jahren begab ich mich dann zu einer Sprachpädagogin, die Schauspielschüler ausbildet.Kein Erfolg!
    Also hab ich mich mit meiner Situaton abgefunden.
    Mit 30 Jahren lernte ich meine Frau kennen, die mich ganz sanft zum Logopäden geschubst hat!
    Die Logopädin hat nichts anderes gemacht, als mir darzustellen wie ich spreche, z.B. wie ich mir Hilfen gegeben habe mit dem Bein etc.!
    Heute bin ich nahezu stotterfrei.Je mehr ich offen vor anderen reden muss, ( bin Handballtrainer und Jugendwart)desto selbstbewusster werde ich.
    Habt Mut und macht was:
    Gruß Thomas

  • Mein Freund,27, war jetzt für 10 Tage in dem Greifenhoferinstitut und ich muss sagen, ich bin begeistert. Zum ersten Mal nach über 2 Jahren habe ich gehört wie er seinen Nachnamen fehlerfrei aussprechen kann oder ohne zu stottern Essen bestellt!
    Diese Methode ist eben Übungssache, auf die man sich am Anfang sicherlich sehr konzentrieren muss, die sich aber nach einer Zeit automatisiert.
    Er fühlt sich viel wohler und selbstsicherer und traut sich viel mehr zu.
    Ich kann nur sagen, wenn man wirklich den Wunsch hat das Stottern zu "verlernen" sollte man dieses Institut wirklich in Erwägung ziehen.
    Bin total beeindruckt...

  • Hallo zusammen,


    ich bin hier eben durch Zufall auf dieses Forum aufmerksam geworden, hab mich shcon ein wneig durchgelesen und bin doch ganz begeistert nun auch mal Erfahrungsberichte zu lesen.


    Ich stottere seit meinem 4. Lebensjahr und habe auch shcon einige Therapien hinter mir. 10 jährig war ich bei Dr. Kreuels in Inzell. Danach kam ich vollkommen stotterfrei zurück. Allerdings hab ich in em alter natürlich nicht begriffen, dass ich weiter üben muss und habe mich in meinem super sprechen gesonnt ohne weiter etwas dafür zu tun, bis ich eben wieder rückfällig wurde.


    Nach Logopädie..ohne Erfolg...habe ich dann 2001 beim sommercamp Hessen teilgenommen.


    2004 war ich auch bei Greifenhofer und bin davon eigentlich wirklich überzeugt. Nach 5 Tagen habe ich persönlich zwar kaum veränderungen bemerkt, war aber baff als ich mich auf Video sah (verglichen mit dem Video vom 1. tag!). Nach 10 Tagen war mein stottern zwar nicht komplett weg, aber wesentlich besser und ich wurde sogar in der schule darauf angesprochen.
    In dem Seminar gab es einige, die nach den 10 tagen vollkommen stotterfrei gesprochen haben. Echt wahnsinn! Bei mir war denke ich das problem, dass ich durch die Logopädie etc.. shcon soviel "technik" intus hatte, die ich automatisch anwendete, dass ich diese erstmal verlernen musste um die neue technik richtig anwenden zu können. z.B. das langsame Soprechen, was ich in der Logopädie gelernt hatte hat mir meist im weg gestanden.
    Das Üben ist sehr zeitintensiv und ich versuche es wirklich so gut es geht umzusetzen, merkle allerdings sobald ich weniger übe, dass mein Sprechen wieder schlechter wird. Irgendwann habe ich mich dann auch nicht mehr so dahinter geklemmt, da ich auch so ganz gut durchs leben kam...möchte nun das ganze aber wieder richtig in die Hand nehmen und denke, dass ich zu einer Nachschulung zu Greifenhofer gehen werde.


    Und dann...mal weiter sehen...


    Viele Grüße, Eva