Sind Stotterer agressiv.

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  • Hallo Zusammen,


    ich war nun 7 Monate mit einem Stotterer zusammen und mein Leben ist dadurch zur Hölle geworden. Tagtäglich habe ich ihm mit seinen Problemen zugehört, habe ihn aber nie wegen seinem Stottern anegriffen geschweige den kritisiert. Immer wenn ihm jemand wegen seinem Stottern angegriffen hat ist er agressiv geworden und ich stand hinter ihm mit meiner letzten Kraft wie ein Fels in der Brandung. Später war es so das er immer seine ganze Wut auf alle Leute an mir abgeladen hat, ich war so hilflos und habe immer gedacht mir schlägt man ins Gesicht.

  • Hallo Juli,


    es tut mir sehr leid, was Du erlebst! Ich kann nur sagen, Stotterer sind nicht aggressiv. Es gibt aggressive Menschen, darunter kann es natürlich auch Stotterer geben.
    Es ist sehr schlimm, wenn man alles versucht um zu helfen, viel Kraft einsetzt und man sieht keinen Erfolg.
    Hast Du ihn gefragt, wie Du ihm helfen kannst? Wollte er auch Deine Hilfe? Wenn es bei diesen Streit darum ging, könnte man etwas
    ändern.
    Wenn Du ihn wirklich willst, kannst Du ihm einen Brief schreiben und nochmal alles aus deiner sichtweise erklären.
    Kommt keine Antwort, dann mußt Du nur an Dich denken!
    Es macht keinen Sinn sich mit Alkohol zu betäuben! Bitte tue Dir das nicht an! Du mußt Dir treu bleiben. Du kannst stark sein!
    Es gibt immer liebe Menschen die auch Dir helfen, wenn es Dir schlecht geht. Du kannst vielleicht Hilfe besser annehmen , als Dein Ex-Freund.

  • Hallo Juli,


    mir ging es jahrelang ähnlich wie Deinem Freund. Das Stottern hat mit dazu beigetragen, daß ich überhaupt kein Selbstwertgefühl hatte. Aus Selbstschutz heraus habe ich auch häufig sehr aggressiv reagiert, vornehmlich gegen Menschen, die mir sehr nahe stehen. Gegen Fremde traut man sich das nicht bzw. will ihm nicht zeigen, daß er einen verletzt hat. Das Stotterer-Training hat mich nicht nur bezügl. des Sprechens sondern besonders auch durch die editationen verändert. Ich werde langsam offener. Zudem stärkt das Wissen, daß man flüssiger Sprechen kann, auch das Selbstvertrauen. Natürlich kenne ich deinen Freund nicht und kann hier nur erzählen wie es bei mir war. Ansonsten schließe ich mich voll und ganz der Aussage von LouLou an.

  • Also weiter nach der Flasche zu greifen ist die schlechtere Variante bzw. diesen Lösungsweg den man nehmen kann.


    Ich kenn das Gefühl, nur das ich meine Wut unterdrücke, ok kommt auch auf die jenige Situation an.
    Vielleicht würde es was bringen wenn ihr beide offener miteinander redet, allein zuhören reicht nicht, der jenige soll schon auch deine Probleme, die durch ihn entstehen, zuhören und ernstnehmen bzw. wenn er deine Probleme überhaupt wahr nimmt.


    Wenn ich ein beschissenen Tag hatte, weil ich etwas nicht geschaft habe z.B. das ich Heute viel gestottert habe, tauche ich ab. Wie? Da gibt es verschiedene Methoden, z.B. in die Spielewelt in den Games, oder in einem Buch abzutauchen, glaub mir das is ne Abwechslung, einfach für ne std. seine Probleme zu vergessen. Danach gehts mir meist besser.


    Vielleicht bist du die einziege für ihn wo er seine Wut rauslassen kann, die sich z.B. in der Arbeit entsteht. Den wenn bestimmte Kollegen mit seiner Problematik Späße und Beleidigungen erlauben, das kenne ich selbst, nur die wenigen nehmen wirklich drauf Rücksicht.
    Was da hilft is nur ein vernünftiges Gespräch, wenn das nicht hilft lass die Finger von ihm...

  • Hallo Juli!
    Ich stotterete schwer seit dem 8. Lebensjahr, ging zu verschiedenen Logopäden und habe auch selbst sehr viel versucht (Yoga, autogenes Training usw). Das alles hat mir sehr wenig geholfen und da hatte ich auch eine Zeit in der ich manchmal sehr aggresiv reagierte. Aber seit ich in der Stottererselbsthilfegruppe in Stuttgart bin(gibts in jedem größeren Ort) und beim Stotterertraining, habe ich sehr viel mehr Selbstvertrauen und stehe da drüber und ich stottere auch nicht mehr so sehr! Vielleicht hat dein Freund keine Hoffnung mehr und allen Mut verloren und darum reagiert er so und wälzt alles auf dich ab. Auf jeden Fall, wenn Du Dich selber liebst und auch noch Ihn, sprecht nochmal miteinander- man kann alles erreichen im Leben, man muß es nur wollen! Ich wünsche Euch alles Gute! Jutta

  • Zitat

    Original von yasin
    bin auch sehr aggresiv... ich weiss auch nicht weshalb vielleicht weil man nicht immer das sagen kann was man willl ........ genau das ist es .... man kriegt komplexe...


    Ich würde mich zwar nicht als agressiv bezeichnen, aber mir hilft immer Sport einen gewissen Ausgleich zu finden. Vielleicht ist das ja auch was für dich.

  • Naja auf gewisse Weise bin ich deswegen auch manchmal aggressiv. Weil einem das manchmal alles zu viel wird. Es ist ja nunmal eine ziemliche Belastung damit zu leben.

  • Hallo zusammen,


    mit Gewalt erreicht man nie etwas - schon gar nicht beim Stottern.


    Ich schließe mich den anderen Meinungen hier voll und ganz an. Auch mich macht die Ohnmacht meines Stottern manchmal agressiv. Meditation, Glaube und vor allem die Liebe haben mir geholfen und helfen mir immer wieder.


    Die Wand des Stotterns bröckelt, wenn man liebt. Lieben heißt in diesem Fall sich anderen zu öffnen, nicht schauspielern, du selbst sein auch mit deinem Stottern.


    :kuss:


    Diese Gedanken sind es wert ihnen mal nachzuhängen!


    Viele Grüße
    Holger

  • Hallo zusammen,
    mein Sohn stotter seit wenigen Monaten. Da er beginnt zu zeigen, daß er unter der Mühe leidet fange ich erst an mit ihm darüber zu reden. Bisher bin ich möglichst entspannt darüber hinweggeganngen. Jetzt hat er mir erzählt, daß er von einem anderen Jungen als Stotterer verlacht wurde und er war verletzt. Ich habe ihm geraten er solle dem Doofkopp beim nächsten mal sagen daß er häßlich ist, wenn er soetwas sagt. und wenn er von den Erzieherinnen allein gelassen wird, soll er ihn "schubsen".
    Mein Gedanke ist, daß die Agression gegen den, der ihn kränken möchte angebracht ist. so muß er die Wut nicht fressen. Es entsteht eher keine Angst vor der nächsten begegnung.


    Vergalloppier ich mich da mit meiner eigenen Wut, oder hat da wer gute Erfahrungen mit Agressionen gegen "Kränker" und "Beschämer" gemacht?

  • Hallo,


    na klar bin ich wütend und sauer, wenn sich jemand über mich lustig macht, weil ich stottere. Ich bin immer sehr verletzt... das geb ich zu. Aber ich versuch drüber weg zusehen... Ich versuche Makel an den Leuten zu finden und denk mir dann, dass sie auch nicht besser sind. Oder ich rede mir ein, dass die Menschen eben dumm sind, wenn sie in diesem Alter (meine Mistchüler sind zwischen 17 und 20) noch nicht gelernt haben tolerant zu sein und mitfühlend und verständnisvoll mit anderen Menschen umzugehen.


    Früher fand ich es sehr schlimm, wenn ich mitbekommen habe, dass jemand wegen des Stotterns über mich lästert oder mich hänselt.
    Heute bin ich zwar auch verletzt, wenn ich das mitbekommen aber andererseits habe ich gelernt über mich selbst zu lachen.


    Wenn ich Wörter nicht rausbekommen, lache ich mich quasi selbst aus. Wenn ich ein Referat halten muss, sage ich schon den Leuten in meinem Kurs, dass wir gleich wieder lustiges Wörteraten spielen. Man versucht halt damit umzugehen.


    Richtig agressiv wurde ich aber noch nie. Klar sauer und traurig, weil man es nicht schafft, "richtig" zu sprechen, auch regt man sich auf, wenn Leute einen nachmachen... aber dass ich alles an einer Person ablasse... ne, das ist noch nicht vorgekommen und wird auch nicht vorkommen :)


    Wir wissen es eben besser^^

  • FahrstuhltürIn ,
    danke für die persönliche Antwort, dein Wegweiser Richtung Heiterkeit erscheint mir besonders kostbar!
    Deine Leistung, die Kränkungen in einem inneren Dialog zu "recyclen" kann ein 5-jähriger nicht leisten. Auch für einen Erwachsenen find ich das enorm. Die Haltung, das eben die Kränker entwicklungsbedürftig sind stimmt sicher. Sorge habe ich wegen der Einsamkeit in der diese inneren Dialoge stattfinden können. Agressionen hingegen würden das Verhalten des Kränkers "skandalisieren". Die Gruppenmitglieder/Erzieher müßten Position beziehen.

  • ehlich gesagt, wenn man einem 5 jähriigem beibringt, konflikte mit gewalt zu lösen, dann muss man sich nicht wundern, wenn er sich mit 17 sich den schädel rasiert und in bomberjacke jagd auf ausländer macht, weil er furstriert darüber ist, keine lehrstelle zu finden.


    das ist jetzt natürlich übertrieben, aber auch einem 5jährigen kann man beibringen, dass es dumme menschen gibt, deren meinung einem 5 m am hintern vorbeigehen kann.


    möglicherweise würde ich padagogischen rat suchen, aber zurückbeleidigung und körperliche gewalt (schubsen ist gewalt) kann keine lösung sein.


    "man soll sich nicht mit narren einlassen, sie ziehen sich auf ihr niveau runter und schlagen dich mit ihrer erfahrung".

  • Hallo Schlemiehl !
    Wer antwortet dem vermeidlichen Agressor, Du oder Dein Sohn ? Wer ist gekränkter, Du oder er ?
    Wie empfindet Dein Sohn die Taten des anderen Jungen ?
    Was hat ER eigentlich dazu gesagt ?
    Welche Ratschläge gibst Du ihm, wenn er aufgrund seiner Brille, Haar- Hautfarbe oder Sommersprossen gehänselt wird ?
    Dass er erst seit wenigen Monaten stottert ist hervorragend. Viele Kinder haben in ihrer sprachlichen Entwicklung eine Phase, in der sie stottern.
    Erst durch das bewußtwerden und vorallem BEWUßTMACHEN im Kind: "Ich spreche nicht normal, ich bin nicht normal" beginnen sich Ängste aufzubauen,
    und brennen sich langsam in die kindliche Seele ein. Daran haben die Erwachsenen einen großen Anteil.
    Ich kann Dir nur empfehlen im Forum nach Beiträgen zu diesem Thema zu suchen und den Trainer Hans zu kontaktieren.
    Dein Sohn hat jetzt noch die Möglichkeit zeitnah mit dem stottern wieder aufzuhören.
    Liebe Grüße
    Christoph

  • Danke für die zahlreichen Antworten (auch für die Provokation)!


    Christoph
    ich arbeite dran deine Eingangsfragen auseinanderzudividieren(...Wer ist gekränkter, Du oder er ?...) ist alles noch so frisch. Deshalb danke ich auch FahrstuhltürIn für Ihre "Erinnerung an die Heiterkeit".


    du schreibst:
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx:xxxxxxxxxxxxx
    Erst durch das bewußtwerden und vorallem BEWUßTMACHEN im Kind: "Ich spreche nicht normal, ich bin nicht normal" beginnen sich Ängste aufzubauen,
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx:xxxxxxxxxxxxx
    zu Hause lieben wir die Sprache von Kalle. Wir haben ein Mikro besorgt um seine phantasievollen Geschichten aufzuzeichnen. Da meine Frau und ich viel Freizeit haben, haben wir viel Zeit uns auf Geschwindigkeit und Richtung der Kinder einzulassen. Wir haben Kalles Stottern nicht thematisiert. Wir wollten es nicht mehr problematisieren, als es SEINER mutmaßlichen Wahrnehmung entspricht. Wir haben natürlich gehofft, daß es sich ebenso wegschleicht, wie es hergeschlichen kam.
    Aber in der "bösen Welt da draußen" wird das Gesagte dann eben aufs unnormale stottern reduziert und er auf den Stotterer. Und Verlacht.
    Er ist in einem Alter in dem er noch geschützt werden muß. Wir können diesen Schutz nicht in allen Lebensbereichen bieten.
    Ist nicht eine Haltung "Der häßliche Lästerer ist nicht normal" befreiend. Und benötigt man nicht verbale bis körperliche Agression um dieser Haltung in einer engelfreien Umwelt Geltung zu verschaffen. Gilt dies nicht viel mehr für anarchische 5-jährige?



    matze B. Goode
    natürlich habe ich ihm bei älteren Konflikten erst geraten deutlich zu sagen was er will und was nicht, das zunächst allein zu regeln, wenns nicht klappt die Erzieherin zu holen. Aber die Erzieher lassen die Boxer gewähren und nennen Kalle eine Petze. Die Erzieher erreicht man auch nicht im Elterngespräch. Ausweichmöglichkeiten gibt es in den Räumen kaum, um die Deppen eben Deppen sein zu lassen!


    Zu Hause attackiert er dann seinen kleinen Bruder,ist leicht kränkbar, kriegt Wut und Heulanfälle.
    Da er nach wenigen Tagen Kindergartenabstinenz viel glücklicher und entspannter ist und auch weniger stottert, machen wir nun bis auf weiteres Kindergartenurlaub.
    Kalle genießt das! Ich habe die Zeit das zu tun und genieße es auch!
    Aber das kann doch nicht die Lösung sein. Was soll er daraus lernen? Konflikte lassen sich nicht lösen? Renn lieber weg? Regreddier im Schoße deiner Eltern?


    Um in deinem "Glatzen-Bild" zu bleiben: Es geht nicht darum aus ihm einen agressiven Fascho zu machen, sondern darum, sich nicht widerstandslos mishandeln zu lassen oder ins Exil zu flüchten.

  • Ich kann es total nachvollziehen, wenn man in bestimmten Situationen agressiv reagiert. Ich stottere schon seit dem ich sprechen kann, also seit 19 Jahren.
    Was mich am meisten stört, ist das Vorurteil, dass Stotterer dumm oder geistig zurückgeblieben sind, nur weil sie nicht richtig reden können.
    Ich merke es sofort, wenn mein Gegenüber soetwas über mich denkt. Da werde ich auch agressiv.
    Wenn ich dann allerdings erwähne, dass ich vor einem halben Jahr mein Abitur erfolgreich bestanden habe und bald studieren will, dann können sie es immer kaum glauben...
    Ich steh über solche dummen Leute mittlerweile drüber und denk mir einfach, dass ich was besseres bin, als mein oberflächliches Gegenüber.

  • Dass dies so ist, kann ich auch bestätigen. Nur - ist dies ein typisches "Stotterer-Problem" ? Nein.


    Attraktiven Menschen trauen wir in der Regel mehr und bessere Fähigkeiten zu als weniger attraktiven. In der Folge bewerten wir auch die Leistungen von attraktiven besser. Das Gleiche gilt für Schlanke / dicke Menschen. Grösseren Männern wird mehr Durchsetzungevermögen und Führungsstärke zugetraut. Grössere machen eher Karriere als kleinere. Heute kam im Radio, dass Mädchen in der Schule besser bewertet werden als Jungs - für die gleichen Leistungen.


    Bewertungen finden im Leben nie nie niemals objektiv statt.


    Man muss jetzt aber nicht rumjammern, dass man nun den Rest seines Lebens benachteiligt wird. Man muss sich halt etwas mehr anstrengen. Z.B., kann man durch eine gute Körpersprache einiges wettmachen, immerhin finden 90% der Kommunikationen nonverbal statt. Ich bin überzeugt, dass ein Stotternder, der trotzdem selbstbewusst und sympatisch Auftritt einem Fliessendsprecher in wenig nachsteht.


    Bei Menschen, die einen wirklich kennenlernen, weichen solche Vorurteile übrigens schnell auf. Bei Menschen, die einen nicht wirklich kennenlernen - who cares?

  • Das alles mag gut möglich sein.
    Es ist halt nur schon immer in meinem Leben so gewesen. In der Schule mussten wir zum Beispiel Reden halten. Alle meine Freunde fanden meine Rede gut, mein Lehrer gab mir allerdings wegen meiner Sprache gleich 2Punkte Abzug. Obwohl ich ihm mehrmals darauf hinwies, dass ich für meine Sprache nichts kann und sogar in logopädischer Behandlung bin. Das selbe in der mündlichen Abiturprüfung. Erstens hatte ich das Gefühl, dass mich die Lehrkräfte nicht wirklich ernst nahmen und dann gaben sie mir auch noch eine mir völlig unverständliche Punktzahl, obwohl ich meine Prüfung eigendlich solide gelöst fand...


    Meinen Freund und alle meine Freunde stört mein stottern überhaupt nicht, aber von fremden Personen fühle ich mich absolut nicht ernst genommen!
    Ich weis nicht, ob es da nur mir so geht...

  • Naja, da hat der lehrer sich aber derbe vertan. Ich persönlich habe immer eher bessere als schlechtere Noten im "Mündlichen" sowie für mündlich geleistetes bekommen.
    Die Bereitschaft, einen Stotternden abzuwerten ist eher gering.


    Vielleicht sollten wir das mal so sehen: Jeder ist im Leben mit Stärken und Schwächen ausgestattet und hat ein paar Talente. Für eine gewisse Musikalität kann man eigentlich auch nichts, aber de rmusikalische bekommt in Musik bessere Noten. In Kunst ist es ähnlich. Im Sportunterricht haben die Bewegungstalente halt Vorteile - in Klasse 10 war Badminton dran, da hab ich als langjähriger Vereinsspieler natürlich bessere KArten gehabt als die, die eher unsportlich durch die Welt gehen.


    Ganz klar - niemand darf aufgrund einer Behinderung benachteiligt werden. Ich wäre - wenn es z.b. zeugniswichtig gewesen wäre - wegen 2 Punkten durchaus zur Schulleitung gelaufen. Hast du da mal dran gedacht. Mit einem Vertrauenslehrer gesprochen? Vielleicht mit einem Anderen Lehrer ?


    Zur Wahrnehmung:
    Wobei ich gerne die Forschungen zitiere: Forscher haben bewiesen, dass wir uns schon in Sekundenbruchteilen ein Urteil gebildet haben, lange bevor auch nur ein Ton gesagt ist. 90% wird nonverbal ausgedrückt, Körpersprache, Mimik, Gestik... ich habe schon viele Stotternde kennengelernt, und ich sage auch, dass es nicht immer einfach ist, ihnen zuzuhören. Warum nicht ? Nicht wegen den Blocks - sondern zB weil sie einem oft nicht ins Gesicht schauen. Sie drehen sich weg, sie sind unruhig, haben eine verkrampfte, angestrengte Mimik. Dieser - oft auch schmerzhafter - Blick in einen "Spiegel" hat mich weitergebracht. Ich übe, den Blickkontakt zu halten, mich in Gesprächsposition zu bringen, lockere Gesten zu benutzen.... und zu lächeln. Fremden erkläre ich, dass ich Stotterer bin. Menschen, mit denen ich länger zu tun habe, bringe ich bei, bitte meine Sätze nicht - teils "ratend"- zu vervollständigen.


    "Es ist schon immer so gewesen" ist übrigens ein ganz gefährlicher Satz. Weisst du, warum ?