Schnuppertage in Witten

Kostenlos: 5 Übungen gegen Stottern

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  • Hallo an alle,

    bin noch ziemlich überwältigt von den zwei „Schnuppertagen“ beim Stotterertraining am vergangenen Wochenende in Witten! Ich habe eine Menge gelernt und auch, wenn sich mir der Sinn mancher Übungen nicht sofort erschlossen hat, war es mir vor allen Dingen wichtig, einen ersten konkreten Schritt gegen meine Sprechbehinderung gegangen zu sein! Jetzt, nachdem schon wieder ein paar Tage vergangen sind, taucht vor allem eine Frage in mir auf und vielleicht kannst Du, lieber Hans, mal versuchen, kurz darauf einzugehen. In den Trainingsanweisungen heißt es u.a.: „... NIE zu sprechen, ohne sich auf das Sprechen vorzubereiten!“. Genau hier sehe ich aber eine Diskrepanz zu meinen Erfahrungen, die nämlich so aussehen, daß ich umso besser, ja beinahe symptomfrei spreche, wenn es mir gelingt, einfach draufloszureden, ohne an das Sprechen zu denken. Sicher ist das aber nur scheinbar ein Widerspruch..

    Dann möchte ich noch diejenigen grüßen, die ich während der zwei Tage etwas näher kennenlernen durfte. Das war schon mehr als eine angenehme Randerscheinung, auf so viele tolle Menschen zu treffen! Grüße gehen vor allem an Ra(e)iner, und Michael, an den Markus - der sich noch bis zum Ende der Woche in Witten austoben darf und natürlich an Anja, die mir bei: „SAG-MIR-WER-DU-BIST“ so geduldig zugehört hat! :D Euch und allen anderen Kursteilnehmern wünsche ich weitere Erfolgserlebnisse und dem Hans, daß ihm auch in Zukunft die Geduld nicht verlässt, sich den ewigen Fragen einiger „überkritischer“ Trainingsteilnehmer zu stellen. :up:

    Bis dann

    Axel

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    „... NIE zu sprechen, ohne sich auf das Sprechen vorzubereiten!“. Genau hier sehe ich aber eine Diskrepanz zu meinen Erfahrungen, die nämlich so aussehen, daß ich umso besser, ja beinahe symptomfrei spreche, wenn es mir gelingt, einfach draufloszureden, ohne an das Sprechen zu denken. Sicher ist das aber nur scheinbar ein Widerspruch.


    Lieber Axel!
    Ich bin mir grade nicht sicher, ob das eine Diskrepanz sein muss. Ich denke nach. ... Wenn ich einfach darauf los rede, denke ich nicht an Probleme, die ich mit dem Sprechen habe oder haben könnte. Gut. Das funktioniert aber nur so lange, bis meine Gedanken ins Spiel kommen und mir die möglichen Hindernisse vor Augen führen. Das löst Erinnerungen aus, Erfahrungen werden abgerufen und entsprechende Reize an das Vegetative Nervensystem gesendet. Das Gefühl wird schlecher, dies wiederum erhöht die Intensität der Gedanken, die Gedanken lösen weitere Botschaften ans VN aus, die Gefühle werden noch schlechter. Dann kommt der Crash und löst das Stottern aus..

    Ziel der nun einsetzenden Aktivitäten sollte logischer Weise sein, den Zustand des nicht-ans-Sprechen-Denkens als Standard zu etablieren. Wenn es gelingt, diese Assoziations- und Reaktionskette zu unterbrechen, kann man weiterhin fließend sprechen, trotz der unvermeidlich auftretenden Gedanken. Denn erst der durch die Reaktionskette verstärkte Reiz zum Stottern hat die Kraft, uns stottern zu lassen.

    Erkären kann man das z.B. am SORK-Modell.

    S - Stressor
    (IP1)
    O - Organismus
    (IP2)
    R - Reaktion
    K - Konsequenz

    S - die plötzliche Erinnerung an Problemsituationen löst Angst aus ...
    O - der Organismus aktiviert die biologischen Angst-Mechanismen ...
    R - man ist so angespannt, dass die erinnerten Stottermuster einsetzen ...
    K - erfolgt dies immer wieder, durch chronisches oder zeitweise auftretendes Stottern, dann etablieren Körper und Geist das Stottermuster (zeitweise) als Standard.

    IP1 - Interventionspunkt 1: hier kann ich zeitnah z.B. durch Wahrnehmungslenkung - Anwenden der Sprechtechnik - die negativen Auswirkungen der Gedanken auf den Organismus verhindern.

    IP2 - Interventionspunkt 2: an diesem Punkt kann man mit langfristig angelegten Methoden, die Auswirkungen auf das Sprechen mildern. Dazu gehört in erster Linie das Meditieren. (Siehe http://www.stott.de/forum/thread.php?threadid=206&sid=)

    Ich folgere hieraus, dass die Kontrolle und Veränderungen der Stressreaktionen einen Zustand hervorrufen kann, in dem es mir gelingt, NICHT an das Stottern zu denken und somit das Stottern (nach Deiner eigenen Aussage) ausbleibt, weil die bewussten und unbewussten Erinnerungen an Problemsituationen auf Grund sinkender Stotterraten seltener werden.

    Wir sind uns sicher einig, wenn Du sagst, dass Du um so besser sprichst je weniger Du an Dein Sprechen denkst. Das Problem ist nur, dies zu erreichen. Aber mit System kann man sicherlich Schritt für Schritt auf das Ziel zu gehen.

    Liebe Grüße
    Hans