Hallo,
das Organ, dem wir Menschen am meisten Vertrauen schenken sind unsere Augen. Wir glauben, was wir "schwarz auf weiss" sehen und glauben nicht, "was wir nicht mit eigenen Augen gesehen haben". Leider vertrauen wir unseren Augen mehr als nötig.
Ein befreundeter Klavierlehrer brachte mich auf eine Idee. Dieser liess seine Schüler Übungen in völliger Dunkelheit absolvieren. Nach seiner Meinung neigten die Schüler dazu, die Richtigkeit einer Übungen visuell zu bewerten. Durch die Übung sollte das Gefühl der Finger auf dem Klavier und das Hören der Töne erlernt bzw. ausgeprägt werden. Die Augen seien einfach zu langsam, meinte der Pianist. Bis die Augen eine Übung erfasst und korrigiert hätten, sei der Bewegungsablauf schon lange vorbei. Wenn man jedoch FÜHLT, dann hat man die Chance, während der Bewegung zu korrigieren.
Etwas ähnliches erfuhr ich dann bei einer Motorradfahrt. Während ich auf trockener Fahrbahn sehr sicher fahre, so bin ich doch bei Nässe recht ängstlich, da ich Angst habe zu rutschen. Nun passierte es, dass ich mich bei einem Freund "festquatschte" und nicht nur bei Dunkelheit, sondern noch dazu Sprühregen die Heimfahrt antrat. Die Sicht durch den Helm war mieserabel, ich fuhr quasi BLIND. Dies führte dazu, dass ich ganz andere Sinne benutzte. Hatten die Augen oft signalisiert Nasse Strasse = Vorsicht = Ängstlichkeit, so fuhr ich jetzt nach Gefühl. Dieses liess mich deutlich sicherer fahren, was ich überraschend merkte. Ich will Nachtfahrten jetzt öfters integrieren.
Nun kommt mir die Idee, ob nicht eine "Dunkelübung" im Stotterer-Training nutzen bringen könnte. Ob dies durch Masken oder tatsächliche Dunkelheit erfolgt, sei mal dahingestellt.
Einfache Sprachübungen mit Sprechtechnik, die einem das fliessend Sprechen sowie den Zustand des fliessend Sprechens näher bringen soll.
Gruss, Matze
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