Suche nach einer dauerhaft erfolgreichen Therapie, um das Stottern nach vielen Jahren endlich los zu werden

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  • Guten Tag allerseits,


    ich habe mich hier im Forum registriert, weil ich gerne mit anderen Betroffenen in Austausch treten möchte und hoffe auf Feedback.


    Ich bin 39 Jahre jung und stottere seit meiner frühen Kindheit. Ich weiß nicht, warum bzw. was der Auslöser ist. Man sagt ja, dass das Stottern eine rein organische Sache wäre. Nun, meine Kindheit war nicht schön. Ich habe viele Schicksalsschläge erlebt und vermute, dass ein Grund auch ggf. hier zu suchen sein könnte.


    Jedenfalls habe ich seitdem nur gelitten. In der Schulzeit, im Berufsleben, im Alltag...einfach überall. Dieses Handicap limitiert mich, weil ich mich nicht so entfalten und ausdrücken kann, wie ich es gerne möchte. Das stört mich ungemein und ich möchte es am liebsten komplett auf einen Schlag los werden.


    Vor einigen Jahren habe ich mal einen Logopäden aufgesucht und man versuchte an mir die van Riper Methode. Meiner Meinung nach hat es nicht viel gebracht, außer, dass man sich mit seiner Angst konfrontiert. So alltägliche Dinge wie z.B. telefonieren sind ja ein Graus - speziell für mich. Ständig schwingt die Angst mit, wann es wieder passiert.


    Und diese Angst bzw. Furcht hemmt mich. Es beginnt schon bei der Ausdrucksweise (ja, ich weiß, Vermeidung).


    Jedenfalls möchte ich gerne von euch wissen, welche Therapiemethoden es noch gibt, die erfolgversprechend sind und einen dauerhaften Erfolg gewährleisten.


    Ich würde auch gerne von euch wissen, wie ihr damit umgeht. Privat und beruflich. Was hilft euch bzw. welche Tricks habt ihr?


    Vielen Dank im Voraus


    AFT

  • Hallo,


    ich hatte auch schon zahlreiche Therapien absolviert,verschiedene Ansätze,ambulant,auch van-Riper.

    Hat mir alles nichts gebracht,deswegen hab ich es nach ca. 7 Jahren auch sein lassen.

    Vor geraumer Zeit hatte ich dann eine Van-Riper-Intensivtherapie gemacht,einige Erfolge haben sich schon gezeigt,nur ist das abhängig von der Stimmung,der Situation usw. und wie man zum Stottern steht und der Umsetzung der Techniken.


    Früher bin ich immer regelrecht vorm Stottern geflohen,verbal.Wörter austauschen,die ganze Vermeidung halt.Dadurch kamen Sätze raus,die teilweise keinen Sinn ergaben,weil man voll unter Stress war und nur noch aus der Situation wollte und gedanklich nicht beim Inhalt des Satzes war.

    Klar ist das alles noch nicht abgebaut,das alte Schema kommt immer wieder mit durch,man muss das halt mit dem neuen überspielen.

    Aber so in der Familie läuft es eigentlich ganz gut,auch draußen hier und da,aber leider noch nicht überall.

    Ich geh mehr jetzt an die Blockaden ran und versuche den Block zu lösen.

    Klappt natürlich nicht immer,aber es klappt hier und da und mit mehr Überwindung denk ich mal,dass es noch besser werden könnte.


    Ich zum Beispiel merke,weil ich jetzt nicht mehr permanent vor jedem Block in Gedanken wegrenne,Wörter benutze die ich vorher immer ausgetauscht hätte,dass sich Blockaden verringern.


    Ich bin jetzt nicht der Extremstotterer,es war mal schlimmer,aber das hat sich von selbst etwas gelegt.

    Trotzdem hab ich stark zurückgezogen gelebt,jetzt rückblickend der schlimmste Fehler den man machen kann.

    Einhergehend mit der ganzen Sache hab ich noch eine Sozialphobie,die anscheinend mein Hauptproblem zu sein scheint,obwohl ich immer umgekehrter Meinung war.

  • ...

    Ich bin jetzt nicht der Extremstotterer,es war mal schlimmer,aber das hat sich von selbst etwas gelegt.

    Trotzdem hab ich stark zurückgezogen gelebt,jetzt rückblickend der schlimmste Fehler den man machen kann.

    Einhergehend mit der ganzen Sache hab ich noch eine Sozialphobie,die anscheinend mein Hauptproblem zu sein scheint,obwohl ich immer umgekehrter Meinung war.

    Hallo Alex80


    In dieser Passage erkenne ich mich selber wieder. Zum stottern kommt auch noch hinzu, dass ich übergewichtig bin, sodass das eine Problem das andere verstärkt hat und umgekehrt. Ich würde gerne wissen, wie du deine Blockaden löst.

  • Bei der Van-Riper-Therapie nutzt man den Pull-Out,das ist praktisch ein Herausziehen aus dem Block.

    Man geht an den Block,stoppt kurz,bleibt in der Lautstellung,baut Anspannung ab und spricht dann den Blocklaut mit leichter Verlangsamung und den Rest in normalem Tempo.

    Wendet man das konsequent an,findet irgendwann eine Automatisierung statt.


    Hierfür ist es aber erforderlich,dass eine gewisse Desensibilisierung stattgefunden hat,sonst klappt die Umsetzung des Pull-Outs nicht richtig oder gar nicht.


    Ich merk das bei mir selbst,aber ich bin da auch noch nicht völlig angstfrei,dass die Pull-Outs teils nicht funktionieren,da ich die Anspannung beim Block nicht abbauen kann.


    Um sich an den Pull-Out ranzutasten,geht man normalerweise 2 Schritte: 1. Pseudostottern,2. Nachbesserung.

    Klappt der Pull-Out später nicht richtig,geht man wieder einen Schritt zurück,zur Nachbesserung.

    Da das aber sehr auffallend ist und am meisten Überwindung kostet,ist das natürlich bei den meisten ein rotes Tuch.

    Ich konnte das eigentlich auch nur am Telefon anwenden.

  • Hi Alex80,


    sind diese beiden Schritte bei Pull-Out nicht auch mit einer Vermeinung vergleichbar?


    Gibt es noch andere Therapien? Ich habe mal vor langer irgendwo was von einer Methode gehört, bei der die Betroffenen danach nicht mehr gestottert haben. Gibt es sowas? Ist es seriös oder nur Hokuspokus?

  • Die Therapie arbeitet ja nach dem Nicht-Vermeidungs-Ansatz,deswegen kommt auch nirgends eine Vermeidung vor.Im Gegenteil,das ist genau das,was abgebaut werden soll.

    Deswegen zum Beispiel das Pseudostottern im Alltag,am Telefon usw.

    Man soll sich daran gewöhnen,dass es nicht schlimm ist zu stottern und mit den Techniken vermeidet man ja nicht,man löst den Block,sofern es funktioniert,um das Wört flüssig sprechen zu können.


    Es gibt noch die Delphin-Therapie,kam schon einige Male im TV.

    Die geht mit dem Ziel ran,Stottern komplett verschwinden zu lassen.

    Ich war auch mal dort,aber ich glaub mein Alter hat nicht gepasst und die therapieren eher Extremfälle,also Starkstotterer.

    Ob das nun hilft kann ich nicht sagen,ich kenn nur das aus dem Internet.

  • Ich hab den ganzen Kram auch hinter mir. Weicher Einsatz, Pullout, im Takt sprechen, Schlafsprechen bla, bla, bla. "Und täglich grüßt das Murmeltier." Mit Wahrnehmungslenkung, Atemtraining und körperorientierter Psychotherapie bin ich am weitesten gekommen. Nahezu perfekt. Aber ich bin auch 25 Jahre lang am Ball geblieben. Sicher kommt man auch mit anderen Techniken und Maßnahmen als die Vom Stotterer-Training weiter, aber wie gesagt, waren das die Dinge, die mich richtig voran gebracht haben.