Stottern im Beruf/Ausbildung

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  • Hi,


    ich habe vor kurzem eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen. Hatte wegen meines Stotterns echt heftige Probleme in meinem Ausbildungsbetrieb deswegen.


    Da ich eigentlich ein recht flüssiger Stotterer bin dachte ich, das es nicht zu großartigen Problemen führen würde.


    Das war natürlich nicht der Fall. Auch weil es eine sehr stressige Branche und ein dementsprechend rauhes Arbeitsklima war, habe ich teilweise nicht ein einziges Wort vernünftig rausbekommen.


    Ich bin zur Zeit Arbeitslos und weiss jetzt nicht was ich machen soll. Kann man sich an spezielle Stellen wenden? Wer brauch schon einen Stotterer? Und wenn dann wird man doch eh nur fertig gemacht bzw. man wird von den Kollegen gar nicht ernst genommen oder sogar gemobbt etc.

  • Also ich hab zwar gehört wie man sich z.B. bei einem Vorstellungsgespräch verhalten soll bzw. ob man das stottern gleich in der Bewerbung anspricht etc.


    Aber prinzipiell führt das Stottern doch immer zu Problemen im Beruf!?


    Wer nimmt Stotterer???


    Was habt Ihr so erlebt und was macht Ihr so beruflich?

  • Hallo, Vossi!


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn man offen mit dem Stotterproblem umgeht und es sofort anspricht (es zu verbergen ist sowieso meist nicht möglich), die Reaktionen durchaus positiv ausfallen. Jedenfalls ist das in der Regel so. Die meisten Arbeitgeber schauen auch hinter die Fassaden, das heißt, Fachwissen, Ausstrahlung, Persönlichkeit etc. werden höher bewertet als ein kleines Handicap. Lass Dich nicht entmutigen, Du bist sicher ein liebenswerter und wertvoller Mensch - und das zählt mehr als alles andere.


    Liebe Grüße


    Hans

  • Hallo Vossi,


    ich hab auch eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht. Das war für mich auch ein wahnsinniger Stress und ich hatte auch große Probleme mit dem Sprechen und bin auch mit der Arbeit an sich und meinen Kollegen überhaupt nicht klar gekommen. Gut, das waren auch alles ziemliche A...löcher. An der Telefonzentrale hab ich oft gar nichts mehr rausbekommen... Ich hab mich in diesem Beruf überhaupt nicht gut gefühlt und ging jeden Tag mit Bauchschmerzen zu Arbeit. Ich hab dann Sozialarbeit studiert, weil mich das schon eher interessierte, und ganz andere Erfahrungen gemacht. In drei Praktika und meinem jetzigen Job haben Arbeitskollegen nie komisch oder ablehnend reagiert. Seit über einem Jahr arbeite ich nun in meinem ersten "richtigen" Job. Naja, komme nicht immer so gut klar, aber das hat andere Gründe, liegt nicht an meinen Arbeitskollegen oder an meinem Chef.


    Bei meinem Vorstellungsgespräch dort habe ich zwar nicht richtig gestottert, aber mein Chef hat mir nachher mal gesagt, dass er schon geahnt hat, dass ich irgendwie Probleme mit dem Sprechen habe. Er hat mich trotzdem eingestellt (was ich kaum fassen konnte!!) und das obwohl sich außer mir noch weitere 200 Leute beworben haben! Nachdem ich dann ca. einen Monat gearbeitet habe, kaum mit meinem Chef gesprochen hab, quasi vor ihm geflüchtet bin, damít der nicht merkt, dass ich stotter... ging´s dann richtig los mit den Blocks. Alle haben´s gemerkt, aber es hat wohl niemanden gestört. Und als ich mich dann doch mal getraut hab, ein paar Wörter mehr mit meinem Chef zu sprechen, hat er mir gesagt, dass das für ihn überhaupt kein Problem sei und meine Fähigkeiten nicht in Frage stellen würde.


    Ich hoffe, ich hab dir damit ein bißchen Mut gemacht!! Kenne auch andere Stotterer, die das Stottern direkt im Vorstellungsgespräch angesprochen haben und trotzdem eingestellt wurden.


    Wünsche dir viel Glück bei deiner Jobsuche!!


    Simone

  • Hallo Vossi !


    Ich bin staatl. gepr. Lebensmitteltechniker und arbeite bei einer Firma in Langenfeld / Rheinland. Ich habe auch beim Vorstellungsgespräch gestottert und bin trotzdem eingestellt worden. Dazu muss ich sagen, dass ich einen technischen Beruf habe und keinen Kundenkontakt oder so. Trotzdem gelte ich als sehr kommunikativer Mensch.


    Mir wurde ein Angebot gemacht, in die Qualitätskonmtrolle zu wechseln, ca. Mitte kommenden JAhres, wo man doch schon deutlich mehr sprechen muss. Also, es hängt nicht alles am Sprechen.


    Was ich bei Simone sehe ist dieser Fehler des Drückens und Davonlaufens. Es ist nicht so günstig, der Kommunikation davonzulaufen. Besser nicht ganz so gut gesprochen als garnicht. Das ist wie mit meinem alten VW Polo - besser schlecht gefahren als gut gelaufen :-)


    Man darf sich nicht als "der, der nicht sprechen kann" sehen. Man muss seine Stärken sehen. Ich bin der, der seine Arbeit besonders sauber, zuverlässig und solide ausführt. Wen mag der Chef mehr? Den fliessendsprechenden Pfuscher oder den Stotternden, auf den er sich verlassen kann ?


    Gruss, Matze