Tja, das sind interessante Fragen, Stefan. Ich hole etwas aus, auch wenn ich jetzt nicht fertig werde, denn ich bin im Terminstress.
Ich habe früher sehr stark gestottert. Hab mir beim Reden die Zunge blutig gebissen, war Schweiß gebadet wenn ich mich durchblocken musste, hab mich vieles nicht getraut zu fragen, zu sagen, weil ich Angst hatte zu stottern. Aus zweierlei Gründen: 1. Weil ich nicht wie ein Depp da stehen wollte, den alle auslachen (diese Erfahrung habe ich nicht nur einmal gemacht) und den man für dumm hält, und 2. weil mich das Sprechen aufgrund der Verkrampfungen meines Sprechapparates enorm viel (physische) Kraft gekostet hat.
Heute spreche ich in den allermeisten Situationen stotterfrei, ohne auf irgendeine Sprechtechnik zurückgreifen zu müssen. Ich hab mich dran gewöhnt, dass ich sprachlich gesehen täglich einen inneren Reichsparteitag feiern kann. Darum denke ich auch die meiste Zeit nicht ans Stottern - und stottere auch nicht.
Es gibt aber auch noch Situationen, wo die alten Sprechmuster (das Stottern) anklopfen und ich mich auf die Sprech- und Atemtechnik zurück besinnen muss. Was mir - denke ich - in 99,9% aller Fälle auch gelingt. Wenn ich mich verspreche, nicht im Sinne von Stottern, sondern von holperig und unüberlegt sprechen, von korrigieren und wiederholen müssen, dann grinse ich manchmal innerlich und merke, wie scheiß egal (sorry, des bösen Wortes) mir das geworden ist. Es bringt mich nicht wirklich aus der Ruhe und wirft mich nicht aus der Bahn.
Mir geht's gut, verdammt, was geht's mir gut, ich quatsche wie ein Wasserfall, überall. (aus SprachLos?)
Später mehr ...