Ich weiß nicht wie ich damit leben soll :-(

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  • Hallo,


    ich schreibe hier rein, in der Hoffnung, jmd. versteht mich. Ich weiß nicht mehr weiter, eigentlich weiß ich schon seit Jahren nicht mehr weiter, aber ihr kennt das sicher. Als Stotterer schlägt man sich so durch. Irgendwie gehts ja immer weiter. Die Frage ist nur wie.


    Ich habe die Schule nach der 9ten Klasse verlassen, hätte das Zeug gehabt Real oder Abi zu machen, aber ich wollte weg... hatte Angst.... konnte nicht mehr. Das Stottern hat mir das kaputt gemacht.


    Danach habe ich sehr lange Zeit gebraucht um einzusehen, dass ich wenigstens eine Ausbildung machen muss, um es im Leben wenigstens zu 'etwas' zu bringen.


    Ich machte diese Ausbildung, aber natürlich nicht das was ich getan hätte, wenn ich nicht stottern würde.


    Ich bestelle immer das zu Essen was ich besser aussprechen kann, ich telefoniere selten bis gar nicht, ich habe keine Freunde und ich habe auch keine Beziehung.


    Ich weiß, der Weg geht immer da entlang wo die Angst ist. Ich weiß das und ich weiß auch, dass ich das Stottern 'loslassen' muss, wenn ich frei davon werden will aber ich schaffe es nicht.


    Egal was ich tue, ALLES dreht sich immer um das scheiss Stottern. Ich hätte so gerne studiert aber ich war zu schwach um zu sehen, dass ich es einfach hätte tun sollen mit dem Abi.


    Jetzt ist es dafür zu spät. Ich weiß nicht, wo das mit mir und meinem Leben noch hinführen soll. Ich schäme mich vor mir selber, wenn ich mein Stottern höre. Ich habe Angst, dass 'die anderen' es merken, dass ich stottere. Ich bin den ganzen Tag damit beschäftigt, nur Worte zu sagen die ich sagen kann. Ich tausche ständig aus und das nervt mich so.


    Wenn ich das nicht täte, könnte ich kaum reden und ich würde mir so minderwertig vorkommen. Ich kann auch nicht glauben, dass ich jemals eine Beziehung führen kann, denn wer will schon einen Partner der stottert?? Ich weiß nicht, ich hoffe echt, dass ich hier keine 'bösen' Antworten bekomme.


    Ich habe früher immer gedacht, irgendwann wachst du morgens auf und es ist vorbei... aber es ist nicht vorbei. Ich will es aber nicht mehr. Ich will endlich aufhören zu stottern und irgendwas in mir sagt mir, dass ich es schaffen könnte.


    Nur wie?? Ich weiß, dass 'nur mein Gehirn' stottert.. es soll aufhören. Ich will das nicht mehr.


    Wenn ich meine Rippen presse und meine Atmung kontrolliere, dann kann ich besser reden aber ich kann mich einfach nicht dazu durchringen, es regelmäßig zu üben und auch nicht, daran zu denken... an die Atmung immer und so..


    Wenn man dem Stottern alle Aufmerksamkeit schenkt... wenn man es mit der Angst ernährt... dann wird es niemals weggehen.. es wird sich wohl bei dir fühlen.... oder??


    Leute, sagt was... helft bitte...

  • Hi ho ich kann sehr gut verstehen wie du dich fühlst, mir ging es früher genau so. Ich hatte sehr wenig Freunde. Ich habe einen Beruf gelernt den ich eigendlich nich wollte und Stottern stand bei mir immer im Vordergrund.


    Ich könnte dir anbieten mal mit mir zu Telefonieren aber aus eigener Erfahrung würde ich sagen, ich hätte auch niemanden angerufen und weiter alles in mich rein gefressen.
    Aber wenn du möchtest können wir das gerne mal machen.


    Stottern ist ein Problem was immer dein Leben begleiten wird. Ich werde dir jetzt nicht schreiben es gibt Heilung, es gibt eine Pille dagegen. Das wäre gelogen. Es gibt viele Wege etwas zu tun um Flüssig zu sprechen. Es gibt viele Wege zu lernen wie man damit umgeht. Nur das ist sehr viel Arbeit und man brauch sehr sehr lange einen eisernen Willen.


    Als erstes musst du zu dir selber stehen und offen mit deinem Stottern um gehen


    Versuch den Leuten klar zu machen "Hey ich bin Stotterer" "nimm dir Zeit oder leck mich wo die Sonne nich hinscheint" :rolleyes:


    Das ist leicht gesagt aber machbar , übe vor dem Spiegel Gespräche. Versuche es umzusetzen.
    Suche Gespräche und versuch dich immer zu steigern


    Es gibt viele Techniken, die dich dabei unterstützen können z.b die Flankenatmung, haste sicher schon mal im Fernsehen gesehen.


    Aber das sind so sachen die kann man nicht im Forum oder per Telefon erklären.


    Unser Hans macht morgen eine kleine Live Sendung und erklärt was man so machen kann.
    Schau einfach mal rein und stell fragen


    Bei mir ist es so, ich war bzw bin auch ein schwehrer Stotterer. Aus meiner erfahrung kann ich nur schreiben. Flüssiges Sprechen funktioniert!!! aber man muss nur wissen wie und man muss sehr sehr sehr viel üben
    8o


    fui is das schon Spät ^^ , ich komm gerade vom Kindergeburtstag :O wer Rechtschreibfehler findet darf die behalten



    also morgen Liveübertragung anschauen!!! Link steht oben in den News

    Im Baumarkt gibt es keine Blockwurst, keine Blockschokolade und erst recht keine Majonaise :D:D:D

    Einmal editiert, zuletzt von Ronny ()

  • Hi WarumIch,


    in vielen Punkten, die du aufführst, erkennt sich hier wohl jeder wieder. Du bist nicht allein und es ist wichtig, dass du das weißt.


    Diese Frage, warum es denn ausgerechnet mich getroffen habe, stelle ich mir bis heute. Während andere wie ein Wasserfall reden können, ist mein Leben ein ewiger Kampf mit den Wörtern. Aber bringt es einen weiter, sich ständig mit solchen Fragen zu quälen? Ich denke nicht. Man muss Lösungen entwickeln, wie man mit dem Status Quo leben kann.


    Vieles scheint sich bei dir auch um die Angst zu drehen, keinen Partner zu finden. Das ist nachvollziehbar und ein typisches Stotterer-Problem. Auch ich hätte früher nie gedacht, dass ich heute eine Freundin haben würde, dass es überhaupt Frauen gibt, die so etwas "Schreckliches" wie stottern ertragen, ja akzeptieren würden. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Es gibt Mädels, denen die Persönlichkeit hinter dem Stottern wichtiger ist und ich wünsche dir vom Herzen, dass du so eins kennenlernst.


    Ich würde dir zwei Dinge raten:


    1) Es gibt in Deutschland sehr viele Stotterer-Selbsthilfegruppen. Bestimmt auch in deiner Nähe. Das ist enorm sinnvoll und hilfreich, weil man da Menschen kennenlernt, denen es genauso geht wie einem selbst und einem ganz andere Blickwinkel aufs Stottern eröffnet werden können. Nebenbei kann man auch tolle Freundschaften schließen.


    Hier sind alle Selbsthilfegruppen aufgeführt:
    http://www.stotterer-selbsthilfegruppen.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=46&Itemid=56


    2) Ich würde dir empfehlen, eine logopädische Therapie und eine Psychotherapie aufzunehmen. Beides mit Schwerpunkten auf Desensibilisierung. Dadurch lernst du, dein Stottern mit anderen Augen zu sehen und selbstbewusst damit umzugehen.
    Beides kannst du mit Überweisungen deines Hausarztes kostenlos aufnehmen.



    Alles Gute,
    Bruce

  • Hallo,


    danke für eure Antworten.


    Ich befinde mich schon seit längerem in psychotherapeutischer Behandlung. Zum Logopäden bin ich früher immer gegangen, aber das hat mir nicht viel gebracht, da ich dort gelernt habe, die Anfangsbuchstaben beim lesen wegzulassen oder die Worte und Sätze so zu dehnen, dass ich auch fast hätte singen können. Irgendwann hat es mich so genervt, dass ich es aufgegeben habe. Ich denke auch mal, dass ich vllt. damals noch nicht richtig bereit dazu war und mein Stottern noch weniger angenommen hatte, als ich es jetzt tue. Wobei ich es selbst heute, nach all den langen und schweren Jahren, nicht annehmen kann.


    Ich sehe in meinem Leben wenig Sinn, ich meine, Leben ist Kommunikation. Kommunikation ist doch Lebensqualität.. oder etwa nicht? Wenn ich nicht mal in der Lage bin, das zu sagen was ich gerne sagen würde, dann hat das Leben keine Leichtigkeit mehr. Das Leben ist ein ständiger Kampf, den du kaum gewinnen kannst.


    Man kann sich was vormachen, sich jeden Tag sagen, dass es ja alles nicht so schlimm ist.. klar, ich meine, was bleibt einem auch übrig. Nix.


    Ich möchte mal später ein Kind haben.... da müsste ich Vorbild sein, ich müsste in 'Notsituationen' oder auch im normalen Alltag ohne Probleme zum Telefon greifen, wenn mit meinem Kind was wäre. Was ist denn, wenn ich das dann aber nicht kann? Ich kann doch nicht mein Leben lang meine Mutter immer bitten..


    Ich sitze jetzt hier, das sind normale Gedanken, keiner in meinem Umfeld, wirklich niemand, kann oder will das verstehen..... wie kalt und leer es ist... wenn man stottert, ist man in seinem eigenen Körper gefangen.


    Jeder der das abstreitet, lügt.

  • Wenn Du nicht weißt, wie Du damit leben sollst, warum lebst Du dann nicht ohne es?
    Du bist der Herr / die Herrin Deiner Kräfte. Du trägst die Verantwortung dafür, was sie tun. Weshalb also willst Du einen Therapeuten oder andere machen lassen, was nur Du in Dir tun kannst?
    Warum kommentierst Du Dein Leben noch ehe Du es gelebt hast? Lebe es doch erst einmal!
    Ob Du Dir was damit vormachst, dass Du Dir sagst, dass es nicht so schlimm ist, oder ob Du Dir was damit vormachst, dass Du Dir sagst, es sei schlimm, ist letztlich egal. Hast Du nichts anderes zu tun, als Dir damit den Tag zu stehlen?
    Dein Stottern willst Du annehmen - und Dich???
    Wann nimmst Du endlich DICH an???
    Meinst Du nicht, Du hättest langsam eine andere Behandlung durch Dich verdient?
    Wenn Du ein Kind HABEN willst, dann SEI endlich mal eines!
    Du bist Dein Kind - schau Dir an, wie Du mit Dir, Kind, umgehst! Dein (mögliches) Kind braucht keine Mutter, die sich für es was abquält; es braucht eine Mutter, von der sie abschauen kann, wie man sein Leben bewältigt.
    Wenn Du endlich aufhörst, dich zu verausgaben, und Dich endlich einmal selber stärkst und liebst, dann wirst Du souverän, und wer souverän ist, der kann nicht nur Mütter sondern alle Menschen bitten.
    Du bittest doch gar nicht, wenn Du bittest. Du quälst Dich selber und weist anderen die Verantwortung dafür zu, dass Du dich quälen musst.
    Das ist Selbstbetrug. In der Lage kannst Du Dir sparen, anderen vorschreiben zu wollen, wann sie lügen.
    Auch das Stottern instrumentalisierst Du noch dafür, dich noch mehr selber einzumauern und der Welt dafür böse zu sein.
    Ich finde, das haben so unendlich feine, sensible und - wenn man sie endlich stärken und zu ihnen stehen würde - wirklich potente Kräfte wie die Deinen nicht verdient. Ich spreche ihnen hiermit öffentlich meine Hochachtung aus und fordere Dich auf, mich darin noch zu überbieten.
    Ganz klar: WarumIch, ich grüße Dich.
    Franz Josef Neffe

  • Zitat

    keiner in meinem Umfeld, wirklich niemand, kann oder will das verstehen..... wie kalt und leer es ist... wenn man stottert, ist man in seinem eigenen Körper gefangen.


    Ich glaube, es könnte auch umgekehrt sein: Weil Du innerlich kalt und leer bist und weil Du in Deinem Körper gefangen bist, stotterst Du. Das Stottern ist vielleicht ein Symptom, keine Ursache.


    Wenn Du magst, spiele mal mit dem Gedanken, ob Du die wahren Ursachen, weshalb Du Dich kalt und leer und gefangen fühlst, wert schätzen und akzeptieren kannst. Dazu musst Du sie natürlich auch finden.

  • Oh.


    Menschen, die sich kalt und leer fühlen, sei es nun weil ein naherAngehöriger verstorben ist oder man von seiner Ehefrau nach 20 Jahren verlassen wurde, fangen an, chronisch zu stottern? :rolleyes:

  • Habe ich das so geschrieben? Ich glaube nicht...
    Da stehen eine Menge "vielleichts" und "könntes" in meiner kleinen Nachricht. Damit wollte ich verhindern, dass meinen Gedanken eine vermeintliche Allgemeingültigkeit angedichtet werden kann. Ist jetzt aber anscheinend trotzdem passiert.
    Na ja.