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  • hallo zusammen,
    ich bin ganz froh dieses forum gefunden zu haben, so dass ich mir gleich mal etwas von der seele schreioben möchte bzw. hoffe antwort von jemanden zu meinen fragen zu bekommen.
    ich bin seit nun >3 jahren mit meinem freund zusammen, der nach eigenen angaben seit kindesalter an stottert. wüsste man nichts davon, könnte fremde meinst meinen, er sei "nur nervös beim sprechen" oder ähnlichs, auffällig ist aber, dass er sehr einfache sätze bildet mit kleinem wortschatz- und wenn man ihn kennt, merkt man, dass es ihn immens anstrengt zu sprechen.
    natürlich hängt das stottern auch bei ihm stark von tagesform ab und mit wem und wo er spricht.


    grosse probleme hat er selbst, wenn es um bewerbungsgespräche geht oder telefonate in dem oder ähnlichem zusammenhang- meistens geht er den dingen aus dem weg, wodurch er sich leider oft ziemliche folgeprobleme aufhalst.
    für mich ist und war das stottern soweit kein problem. oft eher die o.g. folgeprobleme die sich dadurch ergaben.


    aber ein echtes problem ist das stottern in beziehungsangelegenheiten, was heissen soll, dass er sich oft anscheinend nicht traut etwas zu sagen, was ihn stört bzw. in streitgesprächen wenig oder nichts sagt, oder wie er selbst meint, oft etwas sagen, was er so nicht sagen wollte. kurz, kommunikation unter diesen speziellen umständen ist ein echtes problem, zudem sich beziehungsprobleme nicht besprechen lassen.


    mein problem ist eben, dass ich nicht weiss, wie ich damit umgehen soll bzw. darauf eingehen kann. ich bin eher kommunikativ und schlagfertig, was meinen freund vermutlich zusätzlich in streitgesprächen hemmen könnte.
    hat jemand einen tipp, wie ich mich verhalten kann?
    mein freund möchte zwar einerseits auch gerne zu einem logopäden gehen, hat anderseits aber so grosse angst davor, dass er nicht hingeht.
    ich denke es könnte ihm insgesamt in meinem leben sehr helfen, aber wenn er den schritt nicht macht....
    wie könnte ihm die angst genommen werden?


    vielen dank vorab und sonnige grüsse aus wien!
    lilli


    p.s. weiss jemand, ob es kostenlose (und "unverbindliche, sozusagen schnupper-") sprechtraining- termine, wie sie hier auf der seite angeboten werden, auch in wien/ umgebung gibt?

    In den Momenten in denen es uns gelingt, zu sein, was wir sind, ohne zu fragen, was wir sein sollten- funkelt unser Lebenslicht wie ein heller Stern.

  • Hallo Lilli,



    ich kann das Thema extrem gut nachvollziehen. Leider habe ich nie viel Zeit zum Posten, aber ich weiß die Schwierigkeiten, die das Stottern in einer Beziehung mit sich bringen kann, durchaus nachzuempfinden. Glücklicherweise ist es im Gegensatz zu früher heute kein Thema mehr, da meine Partnerin mich so gut kennt, dass sie sich nicht mehr auf die "Folgeprobleme", wie Du sie nennst, einlässt. Diese Folgeprobleme sind bis zu einem gewissen Grad allerdings auch die Entscheidung des Stotterers selbst - ähnlich, als würde er mit seinem Gesicht ungeschützt in eine Faust hineinlaufen. Es ist niemand anderes für die Schmerzen verantwortlich, die dieser todesmutige Läufer danach empfindet, also warum sollte man sich dann darauf einlassen?


    Sehr wohl unterstützen kannst Du Deinen Freund, indem Ihr zwei zusammen eine Strategie aufstellt, mit der sich solche Folgeprobleme umgehen lassen.


    Zum Beispiel könntet Ihr einen bestimmten Tag in der Woche vereinbaren, an dem Du Deinem Freund die Gelegenheit gibst, Dir ein Feedback zu Euren Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten aus der letzten Zeit zu geben. Sozusagen eine Sprechstunde, nur für ihn, in der Du ihn einfach nur reden lässt und er keinen Zeitdruck und keine Ängste empfindet.


    Solche Rede-Sessions tun nicht nur Stotterern gut. Ich habe einen sehr lieben Freund, der es nie gelernt hatte, über seine Probleme zu sprechen. Er fraß all seinen Frust in sich hinein, ließ nie was raus, und irgendwann kam dann der Knall! Man nennt das "Zorngutscheine sammeln". Es dauerte eine Zeit, aber ich konnte ihm nach und nach die "Erlaubnis" (ein therapeutischer Begriff aus der Transaktionsanalyse) geben, auch schon die kleinsten Probleme zu thematisieren und nichts mehr in sich hinein zu fressen. Den Durchbruch schafften wir durch eine Rede-Sitzung, die einmal wöchentlich stattfand. Heute thematisiert er alles direkt, und nicht nur mir gegenüber, sondern auch in seiner Familie. Und da hatte er bisher immer die größten Probleme.


    Ebenfalls empfehlen würde ich Deinem Freund folgendes:


    - Jeden Morgen vor der Arbeit einen Waldlauf oder eine Fahrradtour durch den Wald. Auf dem Höhepunkt der Anstrengung brüllen wie ein Löwe! So laut es geht! Wenn ihn jemand hört - so what?


    - Danach Dehnübungen, damit der Körper fit bleibt und dadurch die Fähigkeit zum fließenden Sprechen erhöht wird.


    - Jeden Tag eine Wutübung machen, in der Dein Freund mit sich alleine ist und ca 15 Minuten lang laut sagt, was ihn wütend macht. Das lockert den Bauch, und da ist ja, wie wir alle wissen, das liebe Zwerchfell.


    - Jeden Tag eine sprachliche Herausforderung annehmen. Das desensibilisert das Gemüt und macht quasi von selbst fließend.



    Wenn Du Fragen hast, immer her damit. :-)


    Björn

  • hallo björn,


    klasse!- und herzlichen danke für so viel feedback und angegungen! ich werde mir deine antwtort sicher noch ein zweites und drittes mal durchlesen, möchte mich aber schon mal bedanken!!
    ich melde mich sicher wieder, nicht nur weil bestimmt noch fragen auftauchen, auch weil mir das forum sehr gut gefällt!
    ich habe auch meinem freund vom forum erzählt, der ganz neugierig wurde und sich freute, dass da "gleichgesinnte" quasi von "seinen" problemen erzählen und kommt sicher die tage auch mal vorbei!


    vielen lieben dank und einen schönen sonntag!
    lilli

    In den Momenten in denen es uns gelingt, zu sein, was wir sind, ohne zu fragen, was wir sein sollten- funkelt unser Lebenslicht wie ein heller Stern.

  • Hallo lilli,ich finde es gut ,dass du hier in diese forum gekommen bist und dich soviel mit diesem thema auseinandersetzt,da wird dein freund ziemlich dankbar sein .ich würde dem stottern ganz normal begegnen und mir einfach mehr zeit nehmen beim zuhören,oder ihr lässt die kommunikation bei beziehungsproblemen auf schriftlicher basis ablaufen ,einfach briefe schreiben.und ich würde deinem freund eine therapie dringend raten ,das hilft dem stottern aber auch dem selbstwertgefühl,so ich wünsche euch viel glück,gina