Maikes Mutter Angelika
7 Jahre
Schriftlicher Erfahrungsbericht
Erfahrungsbericht zum Stotterer-Training bei Hans Liebelt in Witten
Unsere Tochter Maike, mittlerweile 7 Jahre alt, stottert seit ca. 3 Jahren. Angefangen hat es mit so genanntem Poltern; unsere damalige Kinderärztin nannte es Entwicklungsbedingte Sprachstörung, die sich raus wachsen würde. Dem war nicht so. Maike hatte zwar immer wieder Phasen, in denen sie einwandfrei sprach, doch auch Stotterphasen, die 3 Monate und länger andauerten. Die Abstände zwischen den Stotterphasen wurden immer kürzer und die Phasen selber immer länger und heftiger.
Als Maike dann im Juni 2003 im Kindergarten (!!) gehänselt wurde: „Du darfst nicht auf eine normale Schule, du musst auf eine Stotterschule.“ läuteten bei uns die Alarmglocken. Maikes Einschulung im September 2003 vor Augen, brach in uns eine gewisse Panik aus. Wir machten uns große Sorgen, wie Maike den Start ins Schulleben mit ihrer Sprachstörung bestehen würde, ausgesetzt den Hänseleien und Sticheleien. Vertrauensvoll wandten wir uns an die damalige Kinderärztin. Die jedoch wollte von unserem Problem überhaupt nichts wissen. Sie unterstellte uns, wir wollten nur ein Rezept erschleichen und selbst wenn Maike stottern würde, dann würde sie keinen Anlass sehen sie zu therapieren. Vielmehr sei die Wurzel des Problems in der Familie zu suchen, und deswegen müssten wir eine Familientherapie machen. Ein Rezept für die Logopädin wollte sie uns nicht ausstellen, stattdessen verwies sie uns an die Pädiatrische Abteilung der Kinderklinik Datteln. Dort sollte Maike von Logopäden, Psychologen etc. im Hinblick auf ihr Stottern untersucht und getestet werden. Entsetzt und völlig aufgelöst verließ ich mit meinen Kindern, die das Gespräch mit anhörten, die Praxis.
Dieses Erlebnis löste in mir ein Trauma aus. Von diesem Tag an war es mir unmöglich, über Maikes Stottern zu sprechen ohne in Tränen auszubrechen. Gespräche mit meinem Mann über dieses Thema, mit Freunden oder mit der Familie endeten stets mit Tränen.
Der HNO-Arzt, den wir eine Woche später aufsuchten, stellte uns das gewünschte Rezept aus, um Maike „Selbstvertrauen und Stärke“ für die Schule mit auf den Weg zu geben.
Kurzfristig schlug die logopädische Behandlung an und Maike sprach wirklich besser. Bis zu dem Tag im November 2003, an dem wir ihr eröffneten, dass ihr Papa beruflich ins Ausland müsse. Maike fing wieder an zu stottern. Selbst der Klassenlehrerin blieb diese Veränderung nicht verborgen. Maikes Sprechen verschlechterte sich dahingehend, dass sie nicht einmal mehr ihren Namen fließend sprechen konnte. Erlebnisse aus der Schule zu erzählen, Streits mit ihrer kleinen Schwester verbal durchzustehen, Debatten mit uns Eltern oder Telefonate mit ihren Freundinnen zu führen, überforderten Maike zusehends. Uns fiel auf, dass sie nur noch einfache Sätze formulierte und Wörter, bei denen sie Blocks hatte, zu umgehen. Sie gewöhnte sich außerdem an, bei der kleinsten verbalen Herausforderung Hilfe einzufordern, in dem sie anfing zu weinen oder nach Mama/Papa rief. Im 2. Halbjahr der 1. Klasse nahmen auch die Hänseleien in der Schule zu.
Aufmerksam geworden durch einen Bericht in der örtlichen Presse über Hans Liebelts Stotterertraining rief ich dessen Hotline an und führte von da an mehrere Gespräche, in deren Verlauf wir uns für einen Probetag entschieden, den wir am 31. Juli in Witten wahrnahmen.
Wir waren beeindruckt von der lockeren Atmosphäre, in der das Stotterertraining stattfand. Es wurde meditiert, „geatmet“, Sprechen geübt, getanzt, gehüpft, geschrieen. Selbst das Mittagessen wurde zu einer therapeutischen Sitzung. Wir führten schon an diesem Sonntag interessante Gespräche mit Eltern, die ihre Kinder zu diesem Training begeleiteten und sprachen auf mit den Betroffenen selbst über diese Therapie.
Und was verblüffend war, alle(!) hatten irgendwie die gleiche Stotterer-Karriere hinter sich, unsere Kleine genauso wie das 9jährige Mädchen aus Enger, der 12jährige Junge aus Vechta, der 17jährige Andreas oder der 27jährige aus Leverkusen. Und alle hatten sie gemeinsam, dass sie schon als Kind stotterten; logopädische Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg brachten. Unsere Maike war so begeistert von diesem Training, dass sie unbedingt dabei bleiben wollte. So kamen wir von da an jeden Morgen um 10 Uhr nach Witten. Maikes Sprechen verbesserte sich täglich und Freitag Abend verabschiedete sich eine gut gelaunte FLIESSEND sprechende Maike von Hans Liebelt.
Der Erfolg war verblüffend. Maike hatte nur noch wenige Blocks. Die Resonanz auf ihr fließendes Sprechen war Balsam für ihre kleine Kinderseele. Viele sprachen sie offen auf den Erfolg an. Maike ist jetzt viel selbstbewusster. Sie spricht Wörter aus, von denen wir gar nicht wussten, dass sie sie in ihrem Wortschatz hat. Auch für mich war das Stotterertraining eine Therapie. Ich kann jetzt offen über das Stottern sprechen, weil ich weiß, dass es ein Mittel gegen das Stottern gibt. Ich bin nicht mehr so hilflos. Jetzt im Oktober sind wir wieder nach Witten gekommen. Nicht, weil Maike wieder stottert, sondern um das Erlernte wie Atemtechnik, Sprechtechnik und Meditation wieder aufzufrischen. Und für mich als Mutter sind die Gespräche mit Hans, den anderen Eltern und den Betroffenen wichtig, denn aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auch die Eltern sehr unter der Sprachstörung des Kindes leiden. Ich hatte große Sorgen. Ständig fragte ich mich, warum Maike stottert; was wir falsch gemacht haben; was wird, wenn Maike älter wird, in die Pubertät kommt und immer noch stottert. Fragen über Fragen…
Auch wenn Maike jetzt fließend spricht, werden wir auch an den kommenden Stotterertrainings in Witten teilnehmen. Maike hat einen schönen Satz während dieses Oktober-Trainings gesagt: „Mama, ich weiß gar nicht mehr wie das war mit dem Stottern. Das habe ich ganz vergessen.“ Hoffentlich bleibt das auch so.
Wie hat ein Kursteilnehmer so schön gesagt: Hans, du zeigst uns das Medikament, das gegen Stottern hilft. Einnehmen müssen wir es selber.
Vielen Dank,
Angelika, Michael und Maike
Verfasst am: 26.10.2004
Weitere Erfolgsgeschichten
Bereit für Deine eigene Erfolgsgeschichte?
Vereinbare jetzt ein kostenloses Erstgespräch und erfahre mehr über unsere Therapiemöglichkeiten.
Erstgespräch vereinbaren