Stottertherapeut: Was macht der eigentlich? Was sind seine Aufgaben? Was sind seine Rollen?

Wie arbeitet der Hans eigentlich?

Welche Funktionen erfüllt er als Stottertherapeut? Wie läuft so ein Therapietag ab? Und kann ich wirklich in einer Woche lernen, flüssiger zu sprechen? Hast Du Dir diese Fragen auch schonmal gestellt? Dann lies jetzt weiter. Wir nehmen Dich mit zur Stottertherapie! Tauche ein in Tag 5 des Stotterer-Trainings in Berlin. Und lass Dich von den Geschichten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspirieren.

Vorwort: Wir steigen kurz mit einer fachlichen Betrachung des Stottertherapeuten ein. Damit diese Definition nicht so abstrakt bleibt, nehmen wir Dich mit auf die Reise zu einem Tag des Stotterer-Trainings. Hier erfährst Du ungekürzt wie ein Tag bei der Stottertherapie nach Hans Liebelt abläuft.
Bilder: Da wir bei dieser Gruppe in Berlin keine Bilder gemacht hatten, wurden zur Veranschaulichung die Bilder einer anderen Gruppe genommen.

Fachliche Definition eines Stottertherapeuten

Fachlich betrachtet lässt sich das Aufgabengebiet eines Stottertherapeuten grob in die Bereiche Diagnostik, Therapie und Rehabilitation/Nachsorge einteilen. Da wir hier aber keine Zahnschmerzen behandeln, sondern eine tief verankerte, komplizierte Störung des Redeflusses, nimmt ein Stottertherapeut im Laufe der Therapie weitere Rollen ein. Darunter fallen die eines Coaches, Motivators, Wegbegleiters und vieles mehr.

Diagnose

Identifikation der äußeren Symptome (z.B. Mitbewegungen) und – besonders wichtig – der inneren Symptome (z.B. Leidensdruck) des Stotterns sowie weitere Charakteristika.

Außerdem die Analyse der möglichen Ursache (psychologisch, somatisch, genetisch).

Therapie

Nun gilt es, aufmerksam und individuell zu handeln. Im richtigen Moment die richtigen Methoden anzuwenden.

Das Lernziel der Person könnte wie folgt festgehalten werden: Selbstdisziplin + Selbstkontrolle + Selbstvertrauen = Flüssig sprechen.

Nachsorge

Die ersten deutlich spürbaren Resultate sollten bereits innerhalb weniger Tage eintreten. Allerdings ist es ein langer Prozess, die unterbewusst erlernten Stotter-Muster wieder zu “verlernen”.

In günstigen Nachsorge-Terminen wird das Gelernte vertieft und das flüssige Sprechmuster weiter gefördert.

Ein Tag bei dem Stotterer-Training in Berlin

Mit dynamischer Meditation in den Tag starten

Jeden Morgen um 8.30 Uhr beginnt das Stotterer-Training. Die Berliner kommen von zu Hause, wer extra angereist ist, aus dem Hotel. Das Seminar ist ausgebucht. Jeder Tag beginnt auf die gleiche Weise: mit der Dynamischen Meditation. Dabei dürfen die Teilnehmer ihren Gefühlen freien Lauf lassen und sich so richtig auspowern. Ja, auch das kann Meditation!

Diese spezielle Form verläuft in 5 Phasen:

  • Aktivierung der Gefühle: Alle atmen ein und aus – heftig und schnell. So tanken sie Kraft für das, was sie während der Meditation und am Tag erwartet. Sie fokussieren sich ganz auf ihren Atem. Alles andere rückt in den Hintergrund.
  • Ausdruck der Gefühle: Jetzt ist alles erlaubt! Schreien, toben, lachen, tanzen, kreischen, hüpfen, heulen, singen… Die Teilnehmer lassen alles raus. Dabei tragen sie Augenbinden, um sich ganz auf sich selbst konzentrieren zu können. Nur Hans kann sehen und passt auf, dass die Teilnehmer nicht mit Wänden oder miteinander kollidieren.
  • Verstärkung & Kontakt zur eigenen Kraft: In dieser Phase hüpfen alle Teilnehmer mit erhobenen Armen auf und ab. Dabei schreien sie laut und tief aus dem Bauch heraus: „Huh! Huh! Huh!“ So kommen sie intensiv in Kontakt mit ihrem Körper und der darin wohnenden Kraft.
  • Bewusstmachung: Mit dem Gong friert plötzlich alles ein. Jeder verharrt in exakt der Position, in der er sich gerade befunden hat. Niemand bewegt sich. Die Teilnehmer beobachten sich jetzt selbst, wenden den Blick nach innen. Jedes Gefühl und jeder Gedanke wird intensiv wahrgenommen.
  • Integration: Phase 5 ist ein lautes Ja zum Leben! Die Teilnehmer tanzen ausgelassen und fröhlich zu beschwingter Musik.

In den ersten drei Phasen läuft aktivierende Musik. Sie dauern jeweils zehn Minuten. Die letzten beiden Phasen sind jeweils fünfzehn Minuten lang. Während der vierten Phase friert alles ein, auch die Musik – es ist still. Zu Phase 5 läuft schließlich Tanzmusik. Insgesamt dauert die Meditation etwa eine Stunde. Danach gibt es eine erfrischende Dusche und was zu essen.

Alle wach? – Atem- und Sprechtechnik

Es ist 11 Uhr vormittags. Die Teilnehmer der Stottertherapie kommen gerade gut gelaunt vom gemeinsamen Frühstück wieder. Im Seminarraum setzen sie sich in einen Stuhlkreis. An Tag 5 der Therapie wissen sie schon genau, was sie jetzt tun müssen: Alle beginnen tief und hörbar durch die Nase ein- und den Mund auszuatmen. Das gleichmäßige Atmen beruhigt. Fast alle einigen sich auf denselben Rhythmus. Tief ein. Tief aus. Pause.

Stottertherapeut Hans Liebelt und weitere Teilnehmer sitzen im Stuhlkreis und wenden eine Atemtechnik an.
Eine der gelernten Atemtechniken ist die Flankenatmung, bei der die Hände kräftig in die Flanken gedrückt werden.

Der Trick: Die Atemtechnik ahmt den Rhythmus nach, den wir beim Schlafen haben. Wir atmen ein, atmen aus und machen dann eine Pause. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Stottertherapie gaukeln ihrem Körper also vor, zu schlafen. Dadurch werden sie ruhig und entspannt.

Tiefenentspannte Unterhaltungen mit der richtigen Sprechtechnik

Da kommt auch schon Hans Liebelt herein und lässt sich auf einen Stuhl fallen. Er redet locker los, scheinbar über ein beliebiges Thema: „Ernährt euch gesund, sonst bekommt ihr später Hämorriden!“ Manche lachen. Nach einer Weile fordert er die anderen zum Reden auf. Eigentlich wirkt es wie ein ganz normales Gespräch. In Wahrheit befinden wir uns aber schon mitten drin in der nächsten Übung. Denn bei jeder Antwort wenden die Teilnehmer ihre neu erlernte Atem- und Sprechtechnik an.

„Was ist Dein Lieblingsessen, Tim?“ Der kleine Junge steht auf, stemmt die Hände in die Seiten und atmet ein. Beim Ausatmen antwortet er, noch etwas holprig: „Ich esse gerne Pommes“ Pause. Einatmen. „Mit Ketchup und Mayo.“ Pause.
„Bist Du zufrieden?“, fragt Hans. Tim verneint und fängt nochmal von vorne an. Diesmal spricht er viel flüssiger und kraftvoller. „Super, richtig geil! Läuft doch prima! Du bist ein richtiger Superheld.“, lobt Hans und Tim grinst.

Stottertherapeut Hans Liebelt unterstützt einen jungen Teilnehmer bei der Flankenatmung.
Hans zeigt, wie die Flankenatmung richtig funktioniert.

Weil wir – heute an Tag 5 – Gäste haben, stellen sich alle noch einmal vor. Einatmen. „Ich heiße Symon.“ Pause. Einatmen. „Ich komme aus Bamberg.“ Pause. Einatmen. „Ich habe mich bei Hans angemeldet,“ Pause. Einatmen. „Weil ich endlich flüssiger sprechen möchte.“ Pause. Einatmen. „Und ich fühle mich gerade“ Pause. Einatmen. „sehr entspannt.“

Der Trick: Die Sprechtechnik von Hans funktioniert mit drei einfachen Schritten:

  1. Satz auswendig lernen
  2. Einatmen und dabei die Wahrnehmung ganz auf das Atmen lenken
  3. Sprechen und dabei ganz normal ausatmen

Die Pause nach dem Sprechen hilft dabei, sich weiter zu konzentrieren und ruhig zu bleiben. Hat ein Stotterer eine Blockade, bricht er sofort ab und fängt wieder von vorn an. Das klingt eigentlich ganz leicht. Doch meistens mangelt es an der Umsetzung. Bei Hans wird die Technik für die Teilnehmer zur Gewohnheit. Er erinnert sie immer wieder daran – egal, ob gerade Pause ist oder nicht.

Positive Glaubenssätze: Ich weiß genau, was ich will!

Seit fünf Tagen ist die Gruppe im Seminar bei Hans. Atemtechnik, Sprechtechnik, Meditationen, Psychoedukation, Outdoor-Übungen. Die meisten sprechen schon sehr flüssig. Sie haben einander gut kennengelernt. Inzwischen sind sie viel weniger aufgeregt als am Anfang, fühlen sich wohl mit den anderen. Respektvoll und liebevoll miteinander umzugehen, hat eine hohe Priorität bei der Stottertherapie.

Die Gruppe wiederholt noch einmal die Theorie für die Atemtechnik. Jeder erklärt einen Teil. Egal worüber – jedes Sprechen ist Training. Anastasya hat einen Block. Sie ist beim Sprechen hängengeblieben und kommt nicht weiter. Nach einigen Versuchen macht sich Frust breit. Sie fängt an zu weinen. Hans geht zu ihr hin und nimmt sie in den Arm. „Kommst Du mal bitte in die Mitte? Und steht ihr anderen auch mal bitte alle auf, ja?“ Alle Teilnehmer stehen im Kreis um Hans und Anastasya herum. Was jetzt kommt, nennt man den New Identity Process. Oft sind es negative Glaubenssätze, die das Stottern begünstigen. Aber die kann man ändern!

„Was fühlst Du gerade, Anastasya?“, fragt Hans.
„Angst.“, antwortet sie leise. Hans nickt.
„Wie alt bist du, Anastasya?“, fragt er dann.
„Ich bin 29 Jahre alt.“
„Und trägst Du noch Windeln?“
„Nein.“
„Wirklich nicht?“
„Nein.“
„Biste sicher?“
Anastasya lacht: „Ja.“
„Gut.“, sagt Hans. „Nimm mal die Hände und fühl nach, ob da wirklich keine Windel ist.“
Anastasya legt die Hände auf ihren Po.

„Und jetzt sag doch mal: Ich bin Anastasya und ich weiß genau, was ich will.“
„Ich bin Anastasya und ich weiß genau, was ich will.“, sagt sie leise.
„Lauter.“
„Ich bin Anastasya und ich weiß genau, was ich will!“
„Lauter!“
„ICH BIN ANASTASYA UND ICH WEISS GENAU, WAS ICH WILL!“
„Gut! Und jetzt such Dir mal eine Person aus und sag der dasselbe!“
Anastasya stellt sich vor Symon und wiederholt ihren Satz, diesmal wieder etwas leiser.

„Ich mach Dir das mal vor“, sagt Hans und stellt sich neben sie vor Symon. „ICH BIN ANASTASYA UND ICH WEISS GENAU, WAS ICH WILL! UAHHHH!“ Er dreht sich zu ihr: „Schrei mal so richtig alles raus!“
„Ich bin Anastasya und ich weiß genau, was ich will! Uaaahhhh!“, schreit Anastasya diesmal schon kräftiger und mutiger. Sie sucht sich noch zwei weitere Leute aus der Gruppe, denen sie diesen Satz entgegen schreit. Dann stellt sie sich wieder vor Hans. Jetzt suchen sie zusammen einen Satz, der ausdrückt, was Anastasya will. Ihre Idee: „Ich bin Anastasya und ich möchte angstfrei sprechen!“
„Sag lieber: Ich will angstfrei sprechen. Und jetzt schrei das jedem hier im Raum ins Gesicht.“
Und Anastasya schreit reihum jedem ins Gesicht: „ICH BIN ANASTASYA UND ICH WILL ANGSTFREI SPRECHEN! UAAHHH!“

Danach gibt es eine kleine Pause. Und dann Feedback. Jeder sagt Anastasya, wie er sie in dieser Situation erlebt hat. Viele finden es sehr mutig, dass Anastasya sie angebrüllt hat, obwohl sie vorher so ängstlich war. „Zuerst hast Du auf mich wie ein kleines Kätzchen gewirkt“, meint Liliana. „Aber jetzt weiß ich: In Dir steckt eine mutige Löwin!“ Anastasya hat allen die Meinung gesagt – mit kraftvoller Stimme, laut, klar und deutlich. Und sie sagt: „Ich fühle mich jetzt schon viel besser, viel freier und entspannter.“

Trance-Meditation

Zum Runterkommen und Entspannen gibt es vor dem Mittagessen eine Trance-Meditation. Die Seminarteilnehmer räumen die Stühle aus dem Weg und legen Matratzen, Kissen und Kuscheldecken auf dem Boden aus. Alle legen sich hin, auch Hans. Die Meditation hat er auf CD gesprochen.

„Leg Dich jetzt ganz entspannt auf den Rücken. Die Arme liegen neben Deinem Körper. Und schließ die Augen. Richte jetzt Deine Aufmerksamkeit nach innen. Lass Deinen Atem einfach fließen. Lass ihn ganz entspannt fließen. Mit jedem Atemzug fühlst Du Dich nun ruhiger und entspannter. Du fühlst, Du kannst Deinem Atem vertrauen. Gib Dich jetzt dem Strom Deines Atems völlig hin. Einatmen. Und ausatmen. Einatmen. Und ausatmen. …“

Die Trance-Meditation entspannt nicht nur. Sie macht es möglich, das Hier und Jetzt ganz neutral zu betrachten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre Gedanken, Gefühle und Empfindungen bewusst wahrnehmen. Das unterstützt sie dabei, das Gelernte im Alltag umzusetzen.

Eine Meditations-Gruppe ist völlig entspannt während der Stottertherapie von Stop Stottern
Bei der Trance-Meditation entspannen die Teilnehmer und richten den Blick nach innen.

Mittagessen mit Übungscharakter

Noch nicht ganz wieder in der Realität angekommen macht sich die Gruppe auf den Weg in ein indisches Restaurant zum Mittagessen. Eine Pause ist das nicht. Auch der gemeinsame Besuch in der Gaststätte ist eine Übung. Hans macht den Anfang und bestellt: Einatmen. „Hallo, ich bin Stotterer. Deshalb brauche ich etwas mehr Zeit mit meiner Bestellung.“ Pause. Einatmen. „Ich hätte gerne die Nummer 34 und einen Lango-Massi. Äh. Mango-Lassi!“ Er lacht. Alex macht weiter: Einatmen. „Hallo, ich stottere auch.“ Pause. Einatmen. „Ich hätte gerne die Nummer 75 und eine Spezi.“ Pause.

Das Outing hilft den Teilnehmern dabei, ihre Angst vor dem Sprechen mit fremden Menschen zu überwinden. Das Gegenüber weiß dann, dass der Stotterer etwas länger braucht. Und wartet im besten Fall geduldig, bis er zu Ende gesprochen hat.

Die Kellnerin kennt die Truppe schon von den letzten Tagen. „Beim ersten Mal war das die totale Überwindung“, sagt Alex. „Aber jetzt fühlt es sich super an, die Leute reagieren total positiv. Das hätte ich nie gedacht!“ Während sie auf das Essen warten, unterhalten sich alle ganz zwanglos. Manchmal fordert Hans jemanden auf, das Gesagte noch einmal zu wiederholen. Dann korrigiert derjenige kleine Unsicherheiten oder Blocks. Auch die lockeren Gespräche sind eine Übung. Sie helfen dabei, sich die Atem- und Sprechtechnik wie einen Reflex anzueignen.

Stempel für Gespräche mit Fremden

Nach dem Essen holen die Teilnehmer ihre Stempelzettel aus den Taschen, um sie miteinander zu vergleichen. Am Vortag hatten sie die Aufgabe, in Geschäften etwas einzukaufen oder fremde Menschen auf der Straße anzusprechen. Danach sollten sie ihre Gesprächspartner bitten, ihnen einen Stempel oder eine Unterschrift auf den Zettel zu geben.

„Davor hatte ich am meisten Angst.“, erzählt Symon. „Aber ich hab’ ausschließlich positive Reaktionen bekommen! Das hat mich total überrascht. Und es hat mir gezeigt, dass ich keine Angst haben muss. Das ist bloß ein Knoten im Kopf. Wenn ich mich vor den Leuten oute, haben die Verständnis. Und das ist ein gutes Gefühl.“

Der Stop Stottern Stempelzettel: Ein Zettel mit Stempeln verschiedener Geschäfte in Berlin.
Beim Stempelspiel sprechen die Teilnehmer fremde Menschen in Geschäften an – und bitten um einen Stempel als Nachweis.

Erfahrungsaustausch zum Tagesausklang

Zurück im Gruppenraum lassen die Teilnehmer den Tag noch einmal Revue passieren. Der Erfahrungsaustausch zeigt, wie große Fortschritte sie in wenigen Tagen bereits gemacht haben. Die Atem- und Sprechtechnik ist natürlich auch bei diesem Gespräch Pflicht: Einatmen. Ausatmen und dabei sprechen. Pause.

„Also, als ich am Freitag hier ankam, war ich erst noch ein bisschen skeptisch.“, sagt der kleine Tim, der am ersten Tag lieber direkt wieder nach Hause gegangen wäre. „Aber jetzt gefällt es mir total gut und die Gruppe find’ ich auch cool. Durch die Sprechtechniken wurde mein Sprechen viel besser. Und dadurch traue ich mir auch viel mehr zu.“

Auch Alex wurde beim Stotterer-Training positiv überrascht: „Ich hatte bisher noch keine Sprachschulungen oder Logopäden-Termine. Deswegen hatte ich keine besonderen Erwartungen. Jetzt kann ich viel Positives über die Stottertherapie bei Hans sagen. Ich habe viele neue Übungen kennengelernt – Atemtechniken, Sprechtechniken und wie man im Alltag besser und flüssiger spricht.“

Symon hat erkannt, dass hinter dem Stottern mehr steckt als nur ein Problem mit dem Sprechen: „Ich kam hier her, um von Hans zu hören: Du musst dies und das tun, um mit dem Stottern aufzuhören. Ich habe dann aber schnell gelernt, dass das Stottern viel eher ein Symptom ist und man an der Ursache arbeiten muss. Das hat sehr viel mit der inneren Einstellung und auch mit der Psyche zu tun. Hans hat uns mit der Atem- und Sprechtechnik ein gutes Tool an die Hand gegeben. Damit kann man auch im Alltag und in schwierigen Situationen flüssig reden. Es ist ein Sicherheitsanker, auf den ich immer zurückgreifen kann.“

Psychotherapie und Persönlichkeitsentwicklung

Flankenatmung, Zwerchfellanimation und Wahrnehmungslenkung beim Sprechen – das ist die technische Seite des Stotterer-Trainings. Der psychotherapeutische Ansatz mit Meditation, Psychoedukation und Stressbewältigung spielt eine mindestens genauso wichtige Rolle.

Symon zum Beispiel hat sich genau deshalb für die Stottertherapie bei Hans entschieden: „Für mich war dieser psychotherapeutische Ansatz von Vornherein ein wichtiges Kriterium. Ich habe schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass mein Stottern stärker wird, weil ich ständig darüber nachdenke. Hier geht es darum, dass man das Stottern aus der Wahrnehmung herausbekommt. Dieser Ansatz hat mich zur Anmeldung überzeugt. Und ich muss sagen, diese Woche war ein voller Erfolg! Aber natürlich habe ich noch einen langen Prozess vor mir.“

„Ich glaube, dass das Stottern ganz viel mit Angst zu tun hat.“, fügt Liliana hinzu. „Und wenn wir an diesen Ängsten arbeiten, wird auch die Sprechangst weniger. Und dann werden die Situationen weniger, in denen man sich beim Sprechen unsicher fühlt. Dann stottert man weniger. Ich denke, dabei helfen die Selbsterfahrungsübungen. Man muss tiefer in das Unbewusste eingreifen, es hochholen, damit man es bewusst verarbeiten kann. Damit man sich selbst versteht und begreift: Was läuft da überhaupt ab?“

Fazit

Ein Tag bei der Stottertherapie von Hans Liebelt ist lang, anstrengend und sehr ergiebig. Wer die ganze Seminarwoche hinter sich hat, geht verändert wieder nach Hause. Die Teilnehmer gehen an ihre Grenzen, schauen über den Horizont hinaus und mobilisieren innere Kräfte, die sie vorher gar nicht kannten. Sie lernen sich selbst besser kennen. Und sie haben die Möglichkeit, viele interessante Gespräche zu führen – in Zukunft auch stotterfrei.


Was bedeutet Probe-Training?

Als Probetraining kann jeder, der noch kein Stotterer-Training zur Probe oder kostenpflichtig besucht hat, zu Beginn eines Seminars an ca. 8 Probestunden teilnehmen. Das entspricht der Zeit am Freitagabend und Samstagvormittag. Dazu bedarf es einer vorherigen Anmeldung. Wenn Du an anderen Tagen während eines Seminars am Probe-Training teilnehmen möchtest, ist das nach Absprache möglich.

Empfehlung: Teste unser Konzept einfach mal aus. Völlig zwanglos und zusammen mit anderen Betroffenen.
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