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Was ist Stottern?

Stottern (Fachbegriff Balbuties, lat.) ist eine Störung des Redeflusses. Daher ist oft auch die Rede vom "fließenden Sprechen". Diese Redeflussstörung ist durch häufige Unterbrechungen und/oder Wiederholungen während des Sprechablaufs gekennzeichnet.

Stottern Symptome (Phänomenologie)

Stottern zeichnet sich situationsbedingt durch eine Vielzahl an Symptomen aus und ist individuell stets unterschiedlich stark ausgeprägt. Offensichtlich nehmen die äußeren Symptome einen großen Stellenwert ein, doch diese können durch Übungen gegen Stottern meist sehr gut kontrolliert werden. In Wahrheit gilt es nachhaltig die inneren Symptome in einer Stottertherapie erfolgreich zu therapieren.

Äußere Symptome

Von außen beobachtbare Symptomatiken werden weiter in primäre und sekundäre Symptomatiken unterteilt.

Primäre Symptome

Krampfartige Sprechstörungen, auch Kern-Symptome genannt:

  • Klonisches Stottern (Wiederholung von Lauten, Silben, Wörtern: "F-F-F-Fluss")
  • Dehnungen (Verlängerung von Lauten: "Fluuuuss")
  • Tonisches Stottern (Blockaden: "Ffffluss", auch stumm)

Sekundäre Symptome

Erlerntes/Entwickeltes Verhalten, auch Begleit-Symptome genannt:

  • Vermeidungsverhalten (Nutzung von Synonymen, Austauschen von Wörtern)
  • Embolophonien/Embolophrasien (Nutzung von Füllwörtern: "ähm", "also")
  • Parakinesen (Mitbewegungen)

Innere Symptome

Von außen nicht sichtbare Symptomatiken auf psychischer Ebene, die sich häufig negativ auf die Lebensqualität auswirken.

  • Leidensdruck (Negative Gedanken und Emotionen, verändertes Selbstkonzept)
  • Logophobie (Erlernte Angst vor dem Sprechen in bestimmten Situationen)
  • Soziophobie (Fluchtverhalten, sozialer Rückzug, Vermeidung von Gesprächen) 

Weitere Charakteristika

Kommunikative Verantwortlichkeit ist eine wesentliche Einflussgröße des Stotterns.

  • Symptomfrei bei: Singen, sinnlosen Wörtern
  • Wenig Symptome bei: Zählen, Buchstabieren
  • Wichtigkeit der Sprache als Kommunikationsmittel reduziert

Stottern Video-Beispiele

Tonisches Stottern

Parakinesen

Embolophrasien

Stottern Ursachen (Ätiologie)

Bis heute gibt es noch keine konkret belegten Ursachen für das Stottern. Natürlich finden immer wieder interessante Untersuchungen statt, welche zum Teil an der Vielzahl der existierenden Theorien anknüpfen. Diese Theorien versuchen die Ursachen des Stotterns zu erklären, sind jedoch noch nicht ausreichend belegt.

Psychologische Ursachen

Psychologische Aspekte des Stotterns dienen vornehmlich der Erklärung von Entwicklung und Aufrechterhaltung.

  • Prägenitale Konversionsneurose (...)
  • Soziale Diagnose (...)
  • Antizipationshypothese (Angst vor dem Stottern)
  • ... (Stottern infolge emotionaler Erregung)

Somatische Ursachen

Somatische Aspekte des Stotterns scheinen eher geeignet, die Entstehung und Verursachung zu erklären.

  • Zerebrale Funktionsstörungen (Schädel-Hirn-Trauma, frühkindliche Hirnschädigung)
  • Ineffizienz des neuromuskulären Kontrollsystems (...)
  • Hemisphärenambivalenz bzw. Dysfunktion (...)

Genetische Ursachen

  • Vererbte Prädisposition (Ausbildung von Krankheiten)
  • Erhöhte Konkordanz in Zwillingsstudien (eineiig: 73%; zweieiig 11%)
  • In 38% der Stotterfamilien wurden weitere Stotterer gefunden

Stottern Prävalenz (Epidemiologie)

Etwa 1% der Weltbevölkerung ist dauerhaft vom Stottern betroffen. Dies betrifft über 800.000 Menschen in Deutschland sowie jeweils über 80.000 Menschen in Österreich und der Schweiz.

Männer sind deutlich häufiger betroffen (5:1) als Frauen. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Erwartung sozialer Aufwärtsmobilität bei Männern
  • Höherer Testosteronspiegel, der das Wachstum der linken Hemisphäre verlangsamen kann
  • Höhere Stotterinzidenz in matriachalen Gesellschaften bei Frauen
    in Mexiko gibt es eine Region, in der die Frauen die Hosen anhaben. Dort stottern mehr Frauen als Männer.

Stottern Diagnose

Stottern kann als solches gemäß ICD-10 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) F98.5 (Stottern) erst diagnostiziert werden, wenn die oben aufgeführten Symptomatiken anhaltend über einen längeren Zeitraum von mindestens 3 Monaten auftreten.

Differenzialdiagnose

Das Stottern an sich muss von folgenden Sprachstörungen unterschieden werden:

  • Poltern (Erhöhtes Sprechtempo, undeutliche Aussprache)
  • Neurogenes Stottern (Nach einer Hirnschädigung)
  • Psychogenes Stottern (Nach einem Trauma)

Stottern Therapie & Behandlung

Aufgrund der Vielzahl an Theorien über die Ursache des Stotterns existieren natürlich auch unterschiedliche Ansätze für Stottertherapien. Stottern gilt als therapierbar (Linderung der Symptome), jedoch nicht als heilbar (Beseitigung der Ursache). Allerdings zeigen viele Videos, dass es möglich ist nahezu symptomfrei zu sein. Fakt ist, dass umgehend gehandelt und behandelt werden muss, wenn die oben erwähnte Diagnose zutrifft.

Diesbezüglich möchte ich Dir noch ein paar private Worte mit auf den Weg geben

Hans Liebelt

Hans Liebelt

Hallo, mein Name ist Hans Liebelt und ich bin Leiter des 1996 gegründeten Stotterer-Trainings. Ganze 35 Jahre lang habe ich stark gestottert. Jahre, in denen ich mir vor Aufregung sogar die Zunge blutig gebissen habe. Als ehemals Betroffener möchte ich Dich einladen das Konzept dieser Stottertherapie zu lesen. Zusätzlich habe ich Erlaubnis einige Kontakte ehemaliger Teilnehmer (neutraler Standpunkt) weiterzuleiten.
Kontaktiere mich doch einfach mal, ich freue mich!

02351 - 8954097
Mo - Sa: 12:00 - 20:00 Uhr
hans@stop-stottern.de
Persönliche Antwort
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