Stotterer sind oft besondere Menschen mit besonderen Qualitäten und außergewöhnlichen Fähigkeiten. Namhafte Beispiele aus der Geschichte gibt es genug. (Politiker, Schriftsteller, Schauspieler etc.). Unsere TeilnehmerInnen haben also allen Grund selbstbewusst zu sein.
Wir erklären den Zusammenhang zwischen Atmen und Sprechen, insbesondere zwischen Zwerchfell und Stimmbildung. Als nächsten Schritt trainieren wir die Funktion des Zwerchfells mittels Atemtraining. Dann nutzen wir Techniken aus der Stressbewältigung, speziell das Intervenieren des Stressablaufs durch Wahrnehmungslenkung. Selbst Teilnehmer mit starken Stottersymptomen und starkem Stottern sprechen meist bereits am ersten Kurstag ganze Sätze stotterfrei. Das gibt uns allen Mut.
Gleichzeitig üben wir sehr wirksame Entspannungstechniken ein. Dazu zählen Meditationstechniken, Tiefenentspannung und Fantasiereisen, die auf die Problematik des Stotterns hin modifiziert sind und das gesamte Training einrahmend begleiten und das Stottern auf natürliche Weise reduzieren.
Wir setzen mentale Techniken zur Deprogrammierung der unterbewusst wirkenden Verhaltens- und Stotterstrukturen ein, um uns nach und nach der alten Sprechmuster zu entledigen und das subjektive, reale Gefühl von ?ich kann jederzeit fließend sprechen? bewusst und konsequent aufzubauen und zu festigen.
Im weiteren Verlauf des Kurses wird geübt, die individuellen Möglichkeiten der Wahrnehmungslenkung und mentalen Aufarbeitung der Stotterstrukturen zu perfektionieren und in jeder Situation anzuwenden.
Stressreduzierende Techniken und Stressinterventionsanleitungen nach dem S-O-R-K-Modell unterstützen diese Arbeit. Die TeilnehmerInnen werden angehalten, sich absichtlich in schwierige Sprechsituationen zu begeben, um die Techniken zu trainieren und die Ängste vor dem Stottern mehr und mehr abzubauen. Im Gesprächskreis werden Erfahrungen darüber ausgetauscht und auf die Wichtigkeit der kontinuierlichen und konsequenten aber auch spielerischen Anwendung der erlernten Techniken hingewiesen. Der Teilnehmer wird ermutigt eventuelle - oder gar wahrscheinliche - Rückschläge als Anreiz zu sehen, weiter an sich zu arbeiten; Motto: wir machen aus Stolpersteinen Meilensteine!
Als wichtigen Aspekt betrachten wir auch das Erlernen der Fähigkeit, sich der eigenen tiefen Gefühle von Angst, Scham und Verletztheit bewusst zu werden und diese zu transformieren, um somit freier und authentischer handeln bzw. sprechen zu können. Hieran wird selektiv nach Alter und Reife der Teilnehmer gearbeitet.