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Katerina zwischen Wut, Trauer und Liebe während den Meditationen

Hallo,

mein Name ist Katerina und ich habe am Meditationswochenede vom 19.09. – 21.09.2014 teilgenommen.

Kurz zu meiner Person: ich bin 25 Jahre alt, lebe in München und habe viele unverarbeitete, zum Teil verdrängte Probleme aus der Kindheit, die mir im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Durch dieses Training erhoffte ich mir mit Stress und Ärger besser umgehen zu können und Dinge gelassener zu sehen. Bisher hatte ich kaum Erfahrungen mit Meditationen. Ich habe nur gelegentlich die Vipassana angewendet, sowie einmal die Kundalini Meditation, die ich aber nur Zuhause angewendet habe. Daher wusste ich nicht wirklich was alles auf mich zukommen wird.

Nach der Vorstellungsrunde sollten wir uns zu zweit gegenübersetzen, an den Händen halten und uns gegenseitig in die Augen schauen. Anfangs war es schwierig für mich jemand fremdes so lange anzusehen und den Blickkontakt zu halten. Es kam mir so vor, als würde ich eine Mauer sehen, die aber nach und nach zusammenfällt. Nach ein paar Minuten sagte Hans, wir sollen unserem Gegenüber sagen, was er fühlt, was er für ein Mensch ist und ich konnte es sehen. Meine Partnerin konnte mir ebenfalls sagen, wie ich mich fühle und hat ins Schwarze getroffen. Der Moment war wirklich sehr bewegend und schön, aber gleichzeitig sehr traurig, da wir beide tiefe Trauer empfunden haben. Danach wurden noch weitere Meditationen durchgeführt, unter anderem zum Einschlafen die Nadabrahma, die sehr schön war.

Am nächsten Tag wurde nach dem Aufstehen die Dynamische Meditation durchgeführt. In dieser aktiven Meditation habe ich gespürt, wie eine extrem große Wut verbunden mit totaler Traurigkeit in mir aufstieg, die in einer Phase dieser Meditation ausgelebt werden konnte. Es fiel mir daher nicht schwer, die Gefühle rauszulassen und zum Ausdruck zu bringen. Ich hatte eine Matratze und ein Kissen zur Verfügung, um die Wut auszulassen, gleichzeitig musste ich weinen. Als diese Meditation zu Ende war, wusste ich nicht recht, was ich davon nun halten sollte. Später am Tag führten wir die Quantum Light Breath durch. In dieser Meditation wird eigentlich bloß tief eingeatmet, jedoch hat sich in mir etwas wesentliches verändert. Zu Anfang spürte ich nur, dass mein Körper durch die tiefe Einatmung taub wurde. Dann empfand ich große Trauer, die aber später irgendwann in Freude und Liebe umschwang. Ich konnte spüren, wie mein Selbstwertgefühl anstieg. Nach dieser Meditation hatte ich Glücksgefühle und fühlte mich, als hätte ich einen großen Ballast losgelassen. Mir ging es richtig gut, wie schon lange nicht mehr.

Sonntag stand am Morgen erneut die Dynamische Meditation an. Nachdem sich wie schon am Vortag viel Wut angestaut hat und ich diese gerade rausgelassen habe, war diese nach ein paar Minuten plötzlich wie verflogen und ich fühlte mich gut! Später taten wir uns erneut zu zweit zusammen und führten die Enlightment Intensive durch, die wir auch schon am Samstag angewendet haben. Diese empfand ich als sehr emotional und tiefgründig. Man nimmt sich an den Händen und schaut sich in die Augen, eine Person fragt stets „Sag mir wer du bist“ und die andere Antwortet. Die erste Person stellt diese Frage immer wieder, sobald die andere nicht mehr weiter redet. Man startet mit oberflächlichen Antworten, aber irgendwann erzählt man doch persönliches, redet sich seine Probleme von der Seele während die andere Person zuhört. Das tat mir sehr gut und mir sind bei dieser Übung noch mal unter Anderem ein paar Ängste bewusst geworden, die meine Handlungen im Alltag beeinflussen und mich oft behindern.

Ich habe mich in dieser Gruppe wirklich sehr wohl gefühlt und fand es wirklich schön, die Emotionen und Erkenntnisse der anderen Teilnehmer miterleben zu dürfen. Davon hat mich vieles sehr bewegt. Besonders berührend fand, dass die Gruppe sich zusammen tat, um einer Teilnehmerin, die unter Ängsten und einem geringen Selbstwertgefühl litt, zu helfen. Zudem waren spannenderweise ganz unterschiedliche Personen anwesend, sämtliche Altersgruppen waren vertreten, einige kannten sich bereits mit Meditationen aus, viele nicht, ein paar waren eher skeptisch, andere haben bei jeder durchgeführten Meditation etwas empfunden, etc. Das war wirklich interessant!

Besonders hervorzuheben ist Hans' Umgang mit mir und den anderen Teilnehmern. Er war wahnsinnig einfühlsam, herzlich, humorvoll und hatte für jeden immer die richtigen Worte parat. Er besitzt in meinen Augen eine ungeheure Menschenkenntnis und ich habe mich bei ihm sehr wohl und verstanden gefühlt. Ich schätze, dass dieses Wochenende ohne ihn wahrscheinlich deutlich weniger wirksam gewesen wäre.

Seit diesem Wochenende sind mir im Nachhinein noch mal ein paar Dinge bewusst geworden. Unter Anderem, negative Gefühle, Zorn und Ängste in mir zu akzeptieren und nicht zu verdrängen. Es ist wichtig, diesen Empfindungen stattdessen einfach keine Energie zu geben und loszulassen. Und ich habe bisher das Gefühl, dass es funktioniert. Um noch mehr an mir zu arbeiten, übe ich täglich die Vipassana und bemühe mich, diese zwei mal täglich anzuwenden. Bisher habe ich bereits einmal die Nadabrahma gemacht, diese möchte ich ab sofort mindestens einmal die Woche ausüben. Die Kundalini plane ich ebenfalls in den Alltag mit einzubeziehen. In München gibt es eine Einrichtung in der diverse Meditationen in einer Gruppe praktiziert werden. Ich habe mir vorgenommen, dort regelmäßig die Dynamische Meditation zu machen. Es wäre für mich auch denkbar, erneut ein Meditations- oder ein Selbsterfahrungswochenende bei Hans zu verbringen.

Ich möchte Hans nochmals für diese tolle Erfahrung danken!

Liebe Grüße
Katerina