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Caren's Freudentränen nach einer Woche Stotterer-Training

Thomas (12) fing schon im Kindergartenalter an zu stottern. Wir haben jahrelang mehr oder weniger erfolgreiche Therapien gemacht. Über das Internet stießen wir auf das Stotterertraining nach Hans Liebelt.

Thomas war sofort Feuer und Flamme, also haben wir und angemeldet.

Der erste Abend begann mit einer Vorstellungsrunde, in der jeder Teilnehmer mit der Videokamera aufgezeichnet wurde. Thomas konnte weder seinen Namen noch alles andere flüssig sagen.

Anwesend war außer Thomas noch ein Neueinsteiger, alle anderen waren Wiederholungstäter. Diejenigen, die schon eine Therapiewoche hinter sich hatten, sprachen wesentlich besser als die beiden, die zum erstenmal dabei waren.

Hans Liebelt erklärte dann sehr anschaulich und unterhaltsam die richtige Atemtechnik und siehe da, Thomas konnte auf einmal seinen Namen sagen, ohne hängen zu bleiben!!

Bewaffnet mir schriftlicher Anleitung zum richtigen Atmen machten wir uns auf den Heimweg.

Am nächsten Morgen ging es dann richtig los. Als Einstieg war die dynamische Meditation dran. Das war für uns etwas fremd, Thomas war wenig begeistert!

Nach einer Frühstückspause war man gerüstet für die Dinge, die da kommen sollten.

Im Gesprächsraum traf sich eine buntgemischte Gruppe. Der jüngste Teilnehmer war acht Jahre alt, der älteste 37.

Jetzt durfte (MUSSTE) jeder etwas sagen, was, spielte eigentlich keine Rolle. Wem nichts einfiel, der wurde eben von Hans gefragt. Was gesagt wurde, musste solange wiederholt werden, bis es perfekt war! Manchen Satz haben wir zehnmal gehört, aber das hat keinen gestört. Hans ging auf jeden einzelnen liebevoll ein, er hat eine Engelsgeduld (ich habe gehört, dass er auch ausrasten kann, ist uns aber erspart geblieben!)

Manchmal musste auch sanfte Gewalt angewandt werden, um kleinere Böckchen, die u.a. unser Thomas an den Tag legte, aus der Welt zu schaffen! Ich habe immer wieder gestaunt, wie Hans besonders mit den Kindern umgeht, Thomas hat ihn total gern, obwohl Hans auch Kritik übt, was unser Sohn sonst nicht so gut vertragen kann.

Am zweiten Tag hatte Thomas den Mut, in der Gesprächsrunde zu sagen, dass er an der "Dynamischen" nicht teilgenommen hat, weil er den Sinn nicht versteht. Hans hat ihm dann in aller Ruhe und auf seinem kindlichen Niveau erklärt, wofür die einzelnen Phasen gut sind. Thomas hat verstanden, um was es geht, kann sich aber trotzdem nicht wirklich dafür begeistern.

Durch Hans' lockere und lustige Art wurde jede Gesprächsrunde unterhaltsam, auch wenn oft dieselben Dinge gesagt wurden.

Nach der Gesprächsrunde gab es dann verschiedene "Spiele", die natürlich immer darauf zielten, die erlernte Sprechtechnik anzuwenden und zu vertiefen.

Eine besondere Herausforderung war das Outdoor - Training: Die Teilnehmer mussten Passanten ansprechen oder in Geschäften nach den unmöglichsten Dingen fragen (biologisch abbaubares Vollwaschmittel und schwarze Gummistiefel mit roten Streifen und blauen Punkten sind nur zwei Beispiele.). Hans hatte immer neue Gemeinheiten auf Lager, mein armer Thomas musste eine "Quittung für Bewirtungskosten mit ausgewiesener Mehrwertsteuer" verlangen.

Die 7 Tage verliefen ähnlich, das Sprechen wurde jeden Tag besser!

Die "Krönung" war eine Videoaufzeichnung am letzten Tag, die dann mit der vom Vorstellungsabend verglichen wurde. Der Unterschied war so gewaltig, dass mir die (Freunden-)Tränen kamen.

Thomas spricht jetzt flüssig, wenn er die Technik bewusst anwendet. Wenn er es im Eifer des Gefechtes mal vergisst und hängen bleibt, hört er sofort auf und fängt richtig an. Vor dem Stotterer-Training war das Sprechen für Thomas sehr anstrengend, jetzt geht es locker und fast "nebenbei".

Wir sind sehr dankbar für diese Woche, ich hätte nie geglaubt, dass in so kurzer Zeit solch ein Erfolg möglich ist. Wir freuen uns schon auf die Auffrischungstage, die wir besuchen werden!

Ich kann nur jedem Stotterer dieses Training empfehlen!

Gerne stehe ich auch für Fragen zur Verfügung, Email genügt!

Caren