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Andrea über die Ganzheitlichkeit des Stotterer-Trainings

Hallo,

an alle, die sich für's Stotterer-Training interessieren, aber selbst bisher noch nicht vorbeigekommen sind...

Unser Sohn Henning (12J.) und teilweise auch wir Eltern nehmen seit fast einem Jahr am "Stotterer-Training nach Hans Liebelt" teil und wir alle sind der seitdem "fließenden Worte" wegen sehr dankbar, gerade hierher gefunden zu haben. Die Empfehlung, speziell dieses Training wegen seines erfolgreichen ganzheitlichen Konzeptes zu erproben, ging auf unsere Hausärztin zurück.

Weil wir zunächst aber mit Hennings leichterem Stottern noch "gut zurechtkamen", hatten wir mit einer Entscheidung gezögert. Erst als wir 2-3 Mal erlebten, dass Stottern so massiv werden kann, dass es einen als lebendigen, mitteilungsfreudigen, denkenden und fühlenden Menschen beinah vollständig hindern kann, sich mitzuteilen, waren wir zu einem Entschluß bereit. Zwar schwächte sich dieses ganz starke Stottern jedesmal wieder ab, aber die Angst, dass es wiederkommen würde, und das Bewusstsein, dass man dem über Wochen hilflos ausgeliefert war, ohne es selbst irgendwie beeinflussen zu können, hat uns endlich (!) bewogen, "Nägel mit Köpfen zu machen" und uns zum Training anzumelden.

Und das war eine gute Entscheidung!

Seitdem haben wir keine, das Sprechen verhindernden Stotterblocks mehr erlebt! Wir haben bei Henning und bei anderen Teilnehmern sehen können, wie wirkungsvoll die Atemtechnik gerade die ganz massiven Blocks beeinflußt und Sprechen wieder möglich macht. Das gibt gutes Vertrauen in die Zukunft, denn man hat etwas, das die "Barrieren" ganz unmittelbar beeinflussen und überwinden kann...

Aufgrund seines schnellen Sprechens und des nicht immer "bewußten" Atmens (mangelndes Training zu Hause!), kommen bei Henning zwar immer noch Buchstaben doppelt, aber der Redefluß ist nicht behindert. Und wenn der Satz beim Block abgebrochen und (mit Atemtechnik!) wiederholt wird - so, wie wir es gelernt haben, dass es wichtig ist, um die alten Stotterstrukturen zu überwinden, kommt der Satz beim zweiten Versuch "blitzeblank und stotterfrei" in die Welt. Ein toller Erfolg!

Und dann...

...gibt es im Stotterer-Training ja noch die anderen Dinge, die in die tieferen Schichten vordringen und am Nährboden für's Stottern rütteln, die Denkanstöße geben und gute Veränderungen bewirken...! Und das betrifft nicht nur denjenigen, der stottert, sondern auch die Menschen in seinem Lebensumfeld, die auch für sich wichtige Einsichten gewinnen... Deshalb ist es gut, wenn z.B. Eltern Teile des Stotterer-Trainings (etwa mal eine ganze Woche) selbst mitmachen.

Darum, unser Appell:

  • Hingehen, mitmachen, selbst erproben (andere - auch wir - können einem viel erzählen...)
  • Mut haben, auch ruhig in eine Gruppe zu gehen (man ist nicht bloßgestellt)
  • Freude und Spaß haben (auch, wenn es manchmal anstrengende Arbeit ist. Immerhin sind es keine kleinen Steine, die es beim Training in einfühlsamer, geduldiger und liebevoller Atmosphäre aus dem Weg zu räumen gilt...)

Ich versteh nur was ich seh...
Ich verstehe nur was ich erleb...

Liebe Grüße,

Andrea